Kosten und Vergütung von Agri-PV-Anlagen 2026
Investitionskosten Agri-PV nach Bauart, EEG-Vergütung, Stromgestehungskosten. Warum Agri-PV teurer als Freiflächen-PV ist und wer das ausgleicht.

Das Wichtigste in Kürze
Die Investitionskosten für Agri-PV liegen 2026 bei 700 bis 2.000 Euro pro Kilowatt Peak, je nach Bauart. Vertikal-bifaziale Kategorie-II-Anlagen sind am günstigsten (700 bis 1.000 EUR/kWp), hochaufgeständerte Kategorie-I-Anlagen deutlich teurer (1.500 bis 1.700 EUR/kWp), Sonderkulturen bis über 2.000. [1]
Zum Vergleich klassische Freiflächen-PV: 700 bis 900 EUR/kWp. Der Aufschlag von Agri-PV kann bis zum Doppelten reichen.
Der Aufschlag wird durch höhere EEG-Vergütungssätze zumindest teilweise ausgeglichen: bis zu 9,5 Cent pro Kilowattstunde in der Ausschreibung "besondere Solaranlagen" plus 2,5 Cent Bonus für hochaufgeständerte Bauart (Vorbehalt EU-Beihilfegenehmigung 2026 noch nicht endgültig erteilt).
Stromgestehungskosten: Süddeutschland 5,2 bis 8,7 Cent pro Kilowattstunde, Norddeutschland 7,1 bis 11,9 Cent. Deutlich höher als Freiflächen-PV (4,1 bis 6,9 Cent). [2]
Kosten nach Bauart
Die drei häufigsten Bauformen und ihre Kosten pro Kilowatt Peak (Stand 2026): [1]
Vertikal-bifazial (Kategorie II, [Next2Sun](/ratgeber/agri-pv-anbieter/)-Bauart): 700 bis 1.000 EUR/kWp
Module stehen zwischen den Modulzeilen, Höhe 2,5 bis 4 Meter
Nord-Süd-Ausrichtung, Modul-Rückseiten fangen Vormittags-/Abendlicht
Zwischen den Modulen wird konventionell bewirtschaftet (Getreide, Grünland)
Hochaufgestaendert (Kategorie I, ≥ 2,10 m): 1.500 bis 1.700 EUR/kWp
Module auf massiver Aufständerung über den Kulturen
Landwirtschaftliche Maschinen können darunter arbeiten
Für Ackerbau, Grünland und Sonderkulturen geeignet
Sonderkulturen mit besonderen Abmessungen: über 2.000 EUR/kWp
Für Obst-, Wein- und Beerenkulturen mit besonderen Aufhängungen
Präzise Ausrichtung an Reihenabstände der Kultur
Klassische Freiflächen-PV zum Vergleich: 700 bis 900 EUR/kWp. Der Kostenaufschlag ist erheblich, insbesondere bei Kategorie I und Sonderkulturen.
Was die Kosten hochtreibt
Der Preisunterschied kommt aus vier Komponenten:
Unterkonstruktion: Massive Metallpfosten und hohe Träger sind deutlich teurer als die flachen Bodenverankerungen der klassischen Bauart.
Modul-Menge: Bei gleicher Flächenausnutzung braucht Agri-PV oft mehr Module (kleinere Module, größere Abstände), um die landwirtschaftliche Nutzung zu ermöglichen.
Planung: Das landwirtschaftliche Konzept nach DIN SPEC 91434 muss individuell für die Kultur und die Fläche entwickelt werden.
Bau-Aufwand: Der Bau unter oder neben laufender landwirtschaftlicher Nutzung ist logistisch aufwendiger.
Betriebskosten
Wie bei klassischer Freiflächen-PV liegen die laufenden Kosten bei 10 bis 25 Euro pro Kilowatt Peak und Jahr. Wartung, Reinigung, Sicherheit, Versicherung, Pflege der Vegetation zwischen den Modulen.
Bei Kategorie-I-Anlagen kommen häufig zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen für die Erntearbeiten unter den Modulen hinzu (Höhenkontrolle, Abstandsprüfung).
Stromgestehungskosten
Die Stromgestehungskosten für Agri-PV in Deutschland liegen laut Fraunhofer-ISE-Studie 2024: [2]
Süddeutschland: 5,2 bis 8,7 Cent pro kWh
Norddeutschland: 7,1 bis 11,9 Cent pro kWh
Zum Vergleich klassische Freiflächen-PV: 4,1 bis 5,0 Cent (Süd), 5,7 bis 6,9 Cent (Nord).
Der Unterschied kommt aus zwei Faktoren:
Höhere Investitionskosten (siehe oben)
Geringere Modul-Dichte pro Fläche (weil die landwirtschaftliche Nutzung Platz braucht)
EEG-Vergütung als Ausgleich
Das EEG sieht für Agri-PV höhere Vergütungssätze vor als für klassische Freiflächen-PV. Die zwei Wege:
Feste Einspeisevergütung für Anlagen bis 1 Megawatt Peak: rund 7,09 Cent pro Kilowattstunde (6,59 Cent Grundvergütung + 0,50 Cent Bonus für hochaufgeständerte Bauart). [3]
Ausschreibung besondere Solaranlagen für Anlagen ab 1 Megawatt Peak: Höchstwert 9,5 Cent pro Kilowattstunde, plus Bonus 2,5 Cent für hochaufgeständerte Bauart. Beides steht 2026 noch unter Vorbehalt der EU-Beihilfegenehmigung. [4]
Klassische Freiflächen-PV zum Vergleich: mengengewichteter Zuschlagswert der Solar-1-Ausschreibung Juli 2026 lag bei 4,79 Cent pro Kilowattstunde. [5]
Was das für Ihre Pacht heißt
Die niedrigere Marge des Betreibers spiegelt sich in niedrigeren Pachten wider. Die üblichen Bandbreiten 2026: [1]
Agri-PV klassisch: 1.000 bis 3.500 EUR pro Hektar und Jahr, typisch 1.000 bis 3.000
Sonderkulturen (Wein, Obst): bis 5.000 EUR pro Hektar
Klassische Freiflächen-PV zum Vergleich: 2.500 bis 4.500 EUR, Premium bis 5.500
Rechnen Sie die Pacht aber nicht isoliert. Bei Agri-PV bleiben die GAP-Direktzahlungen für 85 Prozent der Bruttofläche erhalten, und die steuerliche Zuordnung als land- und forstwirtschaftliches Vermögen kann bei Erbschaft oder Schenkung wirtschaftlich mehr wert sein als die niedrigere Pacht.
Prüfen Sie die Gesamtrechnung mit dem Opportunitätskosten-Rechner.
Für Sie als Flächeneigentümer
Die Kostenstruktur ist nicht Ihr Problem, sondern die des Projektentwicklers. Aber sie erklärt, warum Ihnen ein Agri-PV-Angebot niedriger erscheint als ein klassisches Freiflächen-PV-Angebot auf derselben Fläche.
Fragen Sie den Projektentwickler nach:
Welche Kategorie geplant ist (I oder II)
Welche Vergütung angesetzt wird
Wie viel Prozent der Fläche als landwirtschaftlich weiter genutzt gilt
Ob und wie Ihre GAP-Direktzahlungen erhalten bleiben
Weiterlesen
Förderung im Detail: Förderung für Agri-PV
Voraussetzungen: DIN SPEC 91434 und Flächeneignung
Vergleich mit Freiflächen-PV: Kosten Freiflächen-PV
Quellen
[1] Logic Energy: Investitionskosten und Pachtspannen Agri-PV, Stand 2026
[2] Fraunhofer ISE / pv magazine: Stromgestehungskosten Agri-PV Süd 5,2 bis 8,7 ct/kWh, Nord 7,1 bis 11,9 ct/kWh, 06.08.2024
[3] Logic Energy: EEG-Vergütung Agri-PV bis 1 MW, August 2026
[4] Bundesnetzagentur: Höchstwerte besondere Solaranlagen, Stand 2026 (Vorbehalt EU-Beihilfegenehmigung)
[5] energiefirmen.de: Solar-1-Ausschreibungsrunde 01.07.2026, Ø 4,79 ct/kWh

Gründer & Geschäftsführer
Markus ist seit 2018 in der Photovoltaik-Branche aktiv und beschäftigt sich strategisch mit Plattformökonomie, Marktstrukturen und der wirtschaftlichen Bewertung von PV-Flächen.
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Dieser Artikel wurde von Dominik Reeg lektoriert am 30. August 2026.
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