Grünland und Wiese verpachten: Eignung für Energieprojekte
Grünland und Wiese verpachten: Klassische Grünlandpacht 212 EUR/ha, PV-Alternativen bis 5.500 EUR, Agri-PV mit Schafbeweidung.

Das Wichtigste in Kürze
Die klassische Grünlandpacht in Deutschland lag 2023 im Bundesdurchschnitt bei 212 Euro pro Hektar und Jahr, deutlich unter der Ackerpacht (407 EUR). [1] [2]
Grünland eignet sich sehr gut für vertikal-bifaziale Agri-PV der Kategorie II. Zwischen den Modul-Reihen kann Schafbeweidung oder extensive Wiesenpflege weiter stattfinden.
Für klassische Freiflächen-PV bringt Grünland dieselben Pachten (2.500 bis 5.500 EUR pro Hektar) wie Ackerland. Für viele Gemeinden ist die Umwidmung von Grünland politisch einfacher als von hochwertigem Ackerland.
Was gilt als Grünland
Grünland und Wiese bezeichnen Flächen mit dauerhafter Grasnarbe, die zur Futtergewinnung oder als Weide genutzt werden. Unterschieden wird:
Dauergrünland: langjährig unbeackerte Wiese oder Weide
Mähwiese: mit ein- bis mehrmaligem Schnitt pro Jahr
Standweide: dauerhafte Beweidung mit Rindern oder Schafen
Das Statistische Bundesamt zählt Grünland als eigene Kategorie mit rund 27 Prozent aller Pachtflächen in Deutschland. [1]
Klassische Grünlandpacht
Die aktuellen Pachten für Grünland und Wiese 2023 im Bundesdurchschnitt: [1] [2]
Dauergrünland Bundesdurchschnitt: 212 EUR/ha/Jahr
West vs. Ost: in NRW und Bayern deutlich über 300 EUR, in Brandenburg und Thüringen unter 150 EUR
Trend: Langfristig +75 Prozent seit 2003, jetzt weiter leicht steigend
Zum Vergleich: Ackerpacht Bundesdurchschnitt 407 EUR/ha/Jahr. Grünland ist typisch etwa die Hälfte, in manchen Regionen sogar weniger.
Energie-Alternativen für Grünland
Agri-PV Kategorie II (vertikal-bifazial)
Der ideale Match für Grünland. Die Module stehen als vertikale Reihen (Nord-Süd-Ausrichtung), zwischen den Reihen bleibt Wiese. Schafbeweidung oder Mähen sind problemlos möglich.
Pacht 2026: 1.000 bis 2.500 EUR pro Hektar und Jahr
Vorteile: Fläche bleibt land- und forstwirtschaftliches Vermögen (Grundsteuer A, Erbschaftsteuer-Verschonung), GAP-Direktzahlungen für 85 Prozent der Bruttofläche
Nachteile: deutlich unter Freiflächen-PV, dafür Nutzung erhalten
Details: Agri-Photovoltaik
Klassische Freiflächen-PV
Pacht 2026: 2.500 bis 5.500 EUR pro Hektar
Vorteile: höchste Pacht unter den PV-Optionen
Nachteile: Grünland-Nutzung endet weitgehend, Grundsteuer wechselt auf B, Erbschaftsteuer-Verschonung entfällt, keine GAP
Details: Freiflächen-Photovoltaik
Windenergie (falls Vorranggebiet)
Pacht: 20.000 bis 400.000 EUR pro Anlage
Vorteile: höchste Pachten überhaupt
Voraussetzung: Grundstück in Windvorranggebiet, ausreichender Wind, Mindestabstand zur Wohnbebauung
Details: Windenergie
Warum Gemeinden Grünland-PV meist einfacher akzeptieren als Ackerland-PV
Politisch ist ein Grünland-Solarpark oft leichter durchsetzbar als ein Ackerland-Solarpark. Zwei Gründe:
Weniger Wettbewerb mit Nahrungsmittelproduktion: Grünland dient vor allem der Tierhaltung. Der symbolische Konflikt "Nahrungsmittel gegen Energie" ist geringer.
Ökologische Aufwertung möglich: Blühstreifen zwischen Modulen erhöhen die biologische Vielfalt gegenüber intensiv bewirtschafteter Standweide.
Manche Gemeinden lehnen Freiflächen-PV auf hochwertigem Ackerland (Bodengüte AZ über 60) ab, sind aber bei Grünland-Standorten kooperativ.
Der wirtschaftliche Vergleich
Für ein 10-Hektar-Grünland-Grundstück:
Nutzung | Startpacht/ha | Über 25 Jahre (mit 2% Indexierung)
Klassische Grünlandpacht — 212 EUR — rund 68.000 EUR
Agri-PV Kategorie II — 1.800 EUR — rund 575.000 EUR
Freiflächen-PV — 3.500 EUR — rund 1.120.000 EUR
Windenergie (1 Anlage) — 50.000/Jahr — rund 1,6 Mio EUR (indexiert)
Dazu bei Agri-PV: erhaltene GAP-Direktzahlungen von rund 55.000-70.000 EUR über 25 Jahre.
Was Sie tun können
Vorprüfung mit Ventorio-Tools: Netzabstandscheck, Privilegierungs-Check
Bei Grundstück in Windvorranggebiet: Windenergie als potenziell attraktivste Option prüfen
Wenn landwirtschaftliche Nutzung erhalten bleiben soll: Agri-Photovoltaik als Weg
Fläche kostenlos einreichen bei Ventorio
Weiterlesen
Der Leitfaden: Fläche verpachten
Ackerland-Alternative: Ackerland verpachten
Vergleichs-Rechner: Opportunitätskosten-Rechner
Quellen
[1] Destatis PM Nr. 153/2024: Pachtentgelte Landwirtschaft 2023
[2] Deutscher Bauernverband Situationsbericht 25/26: Grünland Bundesdurchschnitt 212 EUR/ha

Gründer & Geschäftsführer
Markus ist seit 2018 in der Photovoltaik-Branche aktiv und beschäftigt sich strategisch mit Plattformökonomie, Marktstrukturen und der wirtschaftlichen Bewertung von PV-Flächen.
Alle Artikel von Markus →
Dieser Artikel wurde von Dominik Reeg lektoriert am 30. August 2026.
Mehr über Dominik →Das könnte Sie auch interessieren
Bereit, den nächsten Schritt zu gehen?
Reichen Sie Ihre Fläche ein und erfahren Sie kostenlos, ob sie für Freiflächen-PV, Agri-PV, BESS oder Windenergie geeignet ist.