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    Freiflächen-Photovoltaik nach Bundesland: Regeln, Ziele, Preise 2026

    Freiflächen-Photovoltaik in allen 16 Bundesländern: Ausbauziele, Landesverordnungen, Netzbetreiber und Pachtpreise 2026 im Überblick und pro Land.

    Markus LaueMarkus Lauelektoriert vonDominik ReegDominik Reeg30. August 2026Lektoriert: 30. August 2026 10 Minuten Lesezeit
    Freiflächen-Photovoltaik nach Bundesland: Regeln, Ziele, Preise 2026

    Das Wichtigste in Kürze

    • Deutschland hat 16 Bundesländer, die Freiflächen-Photovoltaik jeweils eigenständig steuern. Neun Länder haben eine eigene Freiflächenverordnung oder ein vergleichbares Kontingent-Instrument nach § 37c EEG (BW, BY, HE, MV, NI, SN, ST, TH und BB indirekt), sieben Länder nicht (NRW, RP, SL, SH, HB, HH, BE).

    • Der Zubau 2025 verteilt sich sehr ungleich: Schleswig-Holstein (+636 MW), Niedersachsen (+424 MW), Brandenburg (874 MW) und Sachsen (+ca. 1.125 MW in 2024) führen bei Freiflächen. Bayern und Baden-Württemberg sind zubauseitig ähnlich stark bei geringerem Freiflächen-Anteil.

    • Klassische Ackerpacht 2023 (Destatis, Bundesdurchschnitt 407 Euro pro Hektar): NRW 560 Euro (Höchstwert), Niedersachsen 643 Euro, Bayern 415, Baden-Württemberg 311, Brandenburg 198, Sachsen 232, Sachsen-Anhalt 429 (Neuverträge 2024), Thüringen 257, Saarland 99 Euro (Niedrigstwert).

    • Übertragungsnetzbetreiber: 50Hertz (Ost + Berlin + Hamburg), TenneT (Nord/Mitte inkl. Bayern), Amprion (Ruhrgebiet bis Saarland), TransnetBW (Baden-Württemberg). In Hessen: TenneT (Nord/Mitte) und Amprion (Süd) parallel.

    • Wer im DACH-Markt eine Fläche verpachten will, sollte zuerst wissen: Landesverordnung, Ausbauziel, VNB und Ackerpacht der eigenen Region. Dieser Leitfaden bündelt alle 16 Länder mit Links auf die vertiefenden Länder-Artikel.

    Warum Bundesland-Regeln so wichtig sind

    Freiflächen-PV wird vom Bundes-EEG grob gesteuert, konkretisiert wird sie aber in drei Ländern-Ebenen:

    1. Landesverordnung nach § 37c EEG ("Öffnungsklausel"): entscheidet, ob Freiflächen-PV in benachteiligten Gebieten an EEG-Ausschreibungen teilnehmen darf. Neun Länder haben so eine Verordnung.

    2. Landesplanung/Landesentwicklungsplan (LEP): definiert Flächenkulisse, Vorranggebiete, Ausschlussflächen (z.B. Landschaftsschutzgebiete, Naturschutzgebiete, hochwertige Böden).

    3. Regionalplanung und Bauleitplanung der Kommune: setzt Bebauungspläne und regelt Rahmenbedingungen wie Ausgleichsflächen, Abstände, Bürgerbeteiligung.

    Wer als Flächeneigentümer nur nach Bundesrecht denkt, verpasst die entscheidenden Weichen. Deshalb der Länder-Blick.

    Vergleichstabelle: Alle 16 Bundesländer im Überblick

    Land | Ausbauziel/Kennzahl PV | Landesverordnung | ÜNB | Wichtigster VNB | Ackerpacht (Destatis)

    • Baden-Württemberg — 0,2 % Regionsflächenkulisse, ~880 MW/a FF-PV — FFÖ-VO (500 MW/a) — TransnetBW — Netze BW — 311 EUR/ha

    • Bayern — 80-100 GW PV bis 2040 — Bayerische FF-VO (200 Zuschläge/a) — TenneT — Bayernwerk Netz — 415 EUR/ha

    • Berlin — 25 % Solaranteil bis 2035 — keine (Solargesetz für Dach) — 50Hertz — Stromnetz Berlin — nicht ausweisbar

    • Brandenburg — 18 GW bis 2030 — Solar-Euro (BbgPVAbgG) — 50Hertz — E.DIS Netz — 198 EUR/ha (Acker)

    • Bremen — 500 MW bis 2030 — keine (Dach-Pflicht) — TenneT — wesernetz Bremen — nicht ausweisbar

    • Hamburg — 500-800 MWp bis 2030 — keine (PV-Strategie) — 50Hertz — Stromnetz Hamburg — nicht ausweisbar

    • Hessen — 1 % Landesfläche bis 2045 — VO 15.04.2025 (Vorranggebiete) — TenneT + Amprion — Syna, NRM, EAM — nicht extrahiert

    • Mecklenburg-Vorpommern — 10.000 ha Kontingent — Zielabweichungsverfahren M-V — 50Hertz — WEMAG, E.DIS — 339 EUR/ha (Acker)

    • Niedersachsen — 65 GW bis 2035 (15 GW FF) — NFreiFlSolarAnlVO (500 MW/a) — TenneT — Avacon, EWE Netz — 643 EUR/ha (Acker)

    • Nordrhein-Westfalen — 21-27 GW bis 2030 — LEP 2. Änderung 2024 — Amprion — Westnetz — 560 EUR/ha (Acker)

    • Rheinland-Pfalz — 100 % EE bis 2030, 500 MW/a — keine (nur Teilregionalpläne) — Amprion — Westnetz, Pfalzwerke — nicht extrahiert

    • Saarland — 1.375 MWp bis 2030 — keine — Amprion — VSE Verteilnetz — 99 EUR/ha (Acker)

    • Sachsen — +10 TWh EE bis 2030 — Sächsische PVFVO — 50Hertz — MITNETZ, SachsenNetze — 232 EUR/ha (Acker)

    • Sachsen-Anhalt — keine GW-Zielformulierung — FFAVO seit 2022 — 50Hertz — Avacon, MITNETZ — 429 EUR/ha (Neu 2024)

    • Schleswig-Holstein — 10 GW PV bis 2030 — Beratungserlass 09/2024 — TenneT — SH Netz — 571 EUR/ha (Acker)

    • Thüringen — Verdreifachung bis 2030 — ThürPVFflVO seit 2023 — 50Hertz — TEN Thüringer Energienetze — 257 EUR/ha (Neu 2023)

    Alle Länderwerte sind Destatis-Landwirtschaftszählung 2023 (Ackerland) oder aktuellere Landeserhebungen. Für Vermarktungs-Pachten Freiflächen-PV liegen die Werte 2026 zwischen 2.000 (Saarland-Konversion) und 6.000 Euro pro Hektar und Jahr (NRW, SH, NI).

    Die 9 Länder mit Freiflächenverordnung (Öffnungsklausel EEG)

    Die folgenden Länder haben eine Landesverordnung nach § 37c EEG, die Freiflächen-PV in benachteiligten Gebieten für EEG-Ausschreibungen öffnet:

    • Baden-Württemberg: FFÖ-VO seit 2017 (Juni 2022 auf 500 MW/a Kontingent erhöht)

    • Bayern: Bayerische FF-VO seit 2018 (Juli 2020 auf 200 Zuschläge/a erhöht)

    • Hessen: Verordnung 15.04.2025 (Freistellung Vorranggebiete Landwirtschaft)

    • Mecklenburg-Vorpommern: Zielabweichungsverfahren M-V (10.000 ha Kontingent seit April 2026)

    • Niedersachsen: NFreiFlSolarAnlVO (Februar 2025 auf 500 MW/a Deckel erhöht)

    • Sachsen: Sächsische PVFVO (Jahres-Deckel seit 16.05.2024 aufgehoben)

    • Sachsen-Anhalt: FFAVO seit 26.02.2022

    • Thüringen: ThürPVFflVO vom 04.07.2023

    • Brandenburg: keine eigene FF-VO, aber Solar-Euro (BbgPVAbgG) als vergleichbares Lenkungsinstrument

    Die 7 Länder ohne eigene Freiflächenverordnung

    Fünf Muster in den Länder-Regeln

    Wenn Sie die 16 Landing Pages durchgehen, fallen fünf Muster auf:

    1. Ost-West-Trennung bei Ackerpacht: Ostdeutsche Länder (BB 198, SN 232, TH 257, MV 339) haben deutlich niedrigere Ackerpachten als westdeutsche (NRW 560, NI 643, SH 571). Das treibt die Zahlungsbereitschaft der Projektentwickler im Westen nach oben.

    2. Nord-Süd-Trennung bei Netzstruktur: Norden (50Hertz + TenneT) und Süden (Amprion + TransnetBW) haben grundlegend andere ÜNB. TenneT bildet die "Nord-Süd-Brücke" (Nord bis Bayern).

    3. Konversionsflächen als politischer Fokus im Osten: Braunkohle-Tagebaufolge (BB Weesow, SN Witznitz, ST Zerbst und Phönix-Nord) sind bevorzugte Standorte für Großprojekte über 100 MW.

    4. Verfahrensbeschleunigung in BW und Bayern: Beide Länder haben 2025 Verfahren-Erleichterungen (BW: verfahrensfrei; BY: verfahrensfrei für privilegierte Vorhaben), Norddeutschland zieht mit Beratungserlassen nach.

    5. Kommunalbeteiligung als neues Instrument: BB (Solar-Euro 2.000 Euro/MW/a), ST (2,5 Cent/kW seit 10/2025), TH (Gesetz für Wind, geplant für PV), MV (im Zielabweichungsverfahren verpflichtend). Der Trend geht klar zur pflicht-mäßigen Kommunal-Zahlung.

    Was das für Ihre Fläche heißt

    Bevor Sie mit Projektentwicklern verhandeln, klären Sie:

    • Landesspezifische Regelung: Gibt es eine Freiflächenverordnung? Ist Ihre Fläche in einem benachteiligten Gebiet?

    • Landesplanung: Ist Ihre Region als Vorranggebiet oder Ausschlussfläche im LEP ausgewiesen?

    • Kommunale Ebene: Existiert ein Bebauungsplan, oder muss die Kommune erst einen aufstellen?

    • Netzanschluss: Wer ist Ihr VNB (siehe Länder-Übersicht oben)? Wie weit zum nächsten Umspannwerk?

    • Marktpreis: Wie hoch ist die klassische Ackerpacht in Ihrer Region als Referenz?

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    Wie Ventorio Ihnen hilft

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    Quellen

    Alle Fakten aus den 16 Länder-Landing Pages. Zentrale übergreifende Quellen:

    • Destatis Pressemitteilung Nr. 153/2024: Pachtpreise Landwirtschaft Bundesländer 2023

    • Bundesnetzagentur: EEG-Ausschreibungsergebnisse 2024/2025

    • Fachagentur Wind und Solar: Länderinformationen aller 16 Bundesländer (2024-2026)

    • Bund-Länder-Kooperationsausschuss: PV-Zubau-Bericht 2024

    • Clearingstelle EEG/KWKG: Landesverordnungen § 37c EEG

    • Solarserver / pv-magazine: laufende Berichterstattung 2024-2026

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    Markus Laue
    Autor dieses ArtikelsMarkus Laue

    Gründer & Geschäftsführer

    Markus ist seit 2018 in der Photovoltaik-Branche aktiv und beschäftigt sich strategisch mit Plattformökonomie, Marktstrukturen und der wirtschaftlichen Bewertung von PV-Flächen.

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    Dominik Reeg
    Qualitätssicherung

    Dieser Artikel wurde von Dominik Reeg lektoriert am 30. August 2026.

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