EEG-Vergütung für Freiflächen-Photovoltaik 2026
Aktuelle Zuschlagswerte der BNetzA-Ausschreibungen 2026: 4,79 Cent/kWh im Juli, 4,94 Cent im März. Was das für Ihre Pacht bedeutet.

Das Wichtigste in Kürze
Für Freiflächen-PV-Anlagen ab 1 Megawatt Peak ist die Teilnahme an der EEG-Ausschreibung Solar 1 bei der Bundesnetzagentur der Regelweg zur Vergütung.
In der Ausschreibungsrunde vom 01. Juli 2026 wurden 261 Zuschläge mit einem Volumen von rund 2.135 Megawatt vergeben. Die Zuschlagswerte lagen zwischen 4,38 und 4,97 Cent pro Kilowattstunde, mengengewichtet im Mittel bei 4,79 Cent. [1]
In der Vorrunde vom 01. März 2026 lagen die Zuschlagswerte höher, zwischen 3,99 und 5,10 Cent, im Mittel 4,94 Cent. [2] Der Preisdruck nimmt zu.
Der gesetzliche Höchstwert liegt 2026 bei 5,79 Cent (März-Runde) beziehungsweise 5,90 Cent (Juli-Runde). [2] [3]
Für Sie als Flächeneigentümer ist die Vergütung indirekt relevant: Sie bildet die Obergrenze, aus der der Projektierer seine Kosten und Ihre Pacht bedienen muss.
Wie die EEG-Ausschreibung funktioniert
Anlagen ab 1 Megawatt Peak können ihre Vergütung nicht mehr fest über den EEG-Einspeisetarif erhalten, sondern müssen sich in einer Auktion bei der Bundesnetzagentur bewerben. Zweimal pro Jahr wird ein Volumen ausgeschrieben (2026: 2.295 MW im März, 2.135 MW im Juli). Bieter reichen ihr Gebot ein, das den Preis pro Kilowattstunde nennt, den sie über 20 Jahre garantiert bekommen wollen. Die niedrigsten Gebote gewinnen, bis das Ausschreibungsvolumen ausgeschöpft ist.
Wer den Zuschlag bekommt, hat 20 Jahre lang einen garantierten Preis pro Kilowattstunde. Wenn der Marktpreis über dem Zuschlagswert liegt, bekommt der Betreiber den Marktpreis. Wenn er darunter liegt, gleicht das EEG die Differenz aus.
Aktuelle Zuschlagswerte
Die Bundesnetzagentur veröffentlicht nach jeder Runde die Ergebnisse. Die zwei Ausschreibungen 2026:
Runde | Ausschr. | Gebote | Zuschläge | Zuschlagswerte | Ø
01.03.2026 — 2.295 MW — 532 / 4.622 MW — 268 / 2.299 MW — 3,99 bis 5,10 ct — 4,94 ct
01.07.2026 — 2.135 MW — 401 / 3.170 MW — 261 / 2.135 MW — 4,38 bis 4,97 ct — 4,79 ct
Quelle: BNetzA und energiefirmen.de. [1] [2]
Was die Zahlen bedeuten
Der Wettbewerb ist hoch. Die März-Runde war mit dem Faktor 2,0 überzeichnet (4.622 MW Gebote für 2.295 MW Ausschreibung), die Juli-Runde mit 1,5. [1] [2] Das heißt: Viele Projektierer wollen ans Netz, nur die niedrigsten Gebote bekommen den Zuschlag.
Die Preise fallen leicht. Der mengengewichtete Durchschnitt sank von 4,94 auf 4,79 Cent zwischen den Runden. Das ist ein Signal für Kostendisziplin bei den Bietern und einen weiter fallenden Ertragskorridor.
Der Höchstwert ist eine gesetzliche Grenze. In der März-Runde lag er bei 5,79 ct/kWh, in der Juli-Runde bei 5,90 ct/kWh. [2] [3] Kein Gebot darf darüber liegen. Wer diesen Wert bietet, bekommt zwar nur bei sehr geringer Überzeichnung Zuschlag.
Regionale Verteilung
Die Zuschlagsverteilung 2026 zeigt ein deutliches Süd-Nord-Gefälle:
März-Runde 2026: [2]
Bayern: 693 MW / 106 Zuschläge
Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz folgen
Juli-Runde 2026: [1]
Bayern: 429 MW
Baden-Württemberg: 266 MW
Rheinland-Pfalz: 239 MW
Für Norddeutschland bedeutet das: Weniger Zuschläge, weniger Konkurrenz, aber auch schwierigere Wirtschaftlichkeit wegen des niedrigeren Sonnenertrags.
Was für Ihre Pacht wichtig ist
Für Sie als Flächeneigentümer sind die Zuschlagswerte indirekt relevant. Sie bilden die Obergrenze der Einnahmen, aus denen der Projektierer alle Kosten decken muss: Investition, Betriebskosten, Finanzierung, Rückbau und Ihre Pacht.
Ein Beispielrechnung: Bei einem Zuschlagswert von 4,79 Cent, einem Jahresertrag von 1.000 kWh/kWp und 1 MW Peak pro Hektar sind das 47.900 Euro Einnahmen pro Hektar und Jahr. Davon gehen ab:
Stromgestehungskosten (rund 4,5 ct/kWh bei mittlerem Süden) = 45.000 Euro
Verbleibender Deckungsbeitrag für Pacht und Gewinn = 2.900 Euro pro Hektar
Wenn ein Projektierer Ihnen also 3.000 bis 4.500 Euro Pacht pro Hektar bietet und dabei bereits kalkuliert, dass die letzte Ausschreibungsrunde gewonnen wird, ist das eine realistische Marge. Höhere Angebote setzen entweder auf niedrigere Stromgestehungskosten (nur bei sehr großen Anlagen im Süden), zusätzliche Einnahmen (Speicher-Kombination, PPA-Verträge außerhalb der EEG-Ausschreibung) oder auf Projektabverkauf.
Alternative: Direktvermarktung ohne Ausschreibung
Anlagen können auch ohne EEG-Ausschreibung gebaut werden. Dann verkauft der Betreiber den Strom direkt am Markt oder über einen langfristigen Stromliefervertrag (Power Purchase Agreement, PPA) an einen Abnehmer. Solche Modelle sind für sehr große Projekte mit soliden Abnehmern relevant. Der Betreiber trägt das Preisrisiko, kann aber im positiven Fall höhere Erlöse erzielen als über die Ausschreibung.
Für die meisten Freiflächen-PV-Projekte in Deutschland bleibt die EEG-Ausschreibung 2026 der Regelweg, weil sie Preissicherheit über 20 Jahre gibt.
Wann die nächste Ausschreibung ist
Die Bundesnetzagentur veröffentlicht die Termine der kommenden Runden auf ihrer Website. Für Solar 1 gibt es typischerweise zwei Runden pro Jahr, im März und im Juli. Die nächste Solar-1-Runde nach Redaktionsschluss dieses Artikels wäre voraussichtlich im März 2027.
Weiterlesen
Warum die Kosten so stark streuen, erklärt Kosten einer Freiflächen-PV-Anlage
Wie die Auktions-Preise die Rendite eines Solarparks beeinflussen, zeigt Rendite und Pachteinnahmen bei Solarparks
Alternative Fördermodelle: Förderung für Photovoltaik-Freiflächenprojekte
Quellen
[1] energiefirmen.de: Solar-1-Ausschreibungsrunde 01.07.2026, 18.08.2026
[2] Bundesnetzagentur: Pressemitteilung zur Solar-1-Ausschreibungsrunde 01.03.2026, 12.05.2026
[3] Bundesnetzagentur: Festlegung Höchstwerte Solar 1 für 2026-Runden, Ende 2025

Gründer & Geschäftsführer
Markus ist seit 2018 in der Photovoltaik-Branche aktiv und beschäftigt sich strategisch mit Plattformökonomie, Marktstrukturen und der wirtschaftlichen Bewertung von PV-Flächen.
Alle Artikel von Markus →
Dieser Artikel wurde von Dominik Reeg lektoriert am 29. August 2026.
Mehr über Dominik →Das könnte Sie auch interessieren
Bereit, den nächsten Schritt zu gehen?
Reichen Sie Ihre Fläche ein und erfahren Sie kostenlos, ob sie für Freiflächen-PV, Agri-PV, BESS oder Windenergie geeignet ist.