Freiflächen-Photovoltaik in Sachsen-Anhalt 2026
Freiflächen-PV in Sachsen-Anhalt: FFAVO seit 2022, 5.802 MW Bestand 2025, Solarpark Zerbst 47 MWp + 16 MW Speicher, Ackerpacht 429 EUR/ha neu.

Das Wichtigste in Kürze
Sachsen-Anhalt hat kein eigenes GW-Landesziel nur für Freiflächen-PV im Koalitionsvertrag oder Energiekonzept veröffentlicht. Belegte Kennzahlen: 4.161,9 MW PV-Gesamtbestand Ende 2023, 4.751,1 MW Ende 2024, 5.801,9 MW 2025. Rund 56 Prozent (3,4 GW) davon stammen aus rund 1.275 Freiflächen-Anlagen. Zubau H1 2025 im Freiflächensegment: +144 Prozent (von 67 auf 162 MW). [1]
Sachsen-Anhalt-Freiflächenanlagenverordnung (FFAVO) seit 26.02.2022: erlaubt EEG-Ausschreibungen für Freiflächen-PV auf Ackerland in benachteiligten Gebieten mit schwachen Böden bzw. schwer bewirtschaftbaren Hang- und Steillagen. [2]
EEG-Kommunalbeteiligung seit 01.10.2025: Mindestbeteiligung von 2,5 Cent pro kW installierter Leistung. Ende 2024 wurde ein Leitfaden für faire Wind- und Freiflächen-PV-Projekte veröffentlicht. [2]
Referenz: Solarpark + Batteriespeicher Zerbst (Statkraft) mit 47 MWp PV plus 16 MW/32 MWh Batteriespeicher (Baustart Oktober 2024, Inbetriebnahme November 2025 auf ehemaliger Kiesgrube). Weitere Planung: Solarpark Phönix-Nord (RES) auf ehemaliger Braunkohle-Halde im Elsteraue-Gebiet mit 60 MWp auf 60 Hektar. [3]
Neu abgeschlossene Ackerland-Pachten 2024: 429 Euro pro Hektar (2023: 407 Euro). Regional zeigen sich 2024 erstmals seit Jahren teilweise Rückgänge (-2 bis -10 Prozent) in ostdeutschen Ackerbauregionen. [4]
Landes-Ausbauziel
Ein spezifisches GW-Landesziel nur für Freiflächen-PV ist in Sachsen-Anhalt aktuell nicht formuliert. Die Koalition betont vorrangig Dächer und Konversionsflächen, Landwirtschaftsflächen ergänzend.
Belegte Kennzahlen: PV-Gesamtbestand 4.161,9 MW Ende 2023 → 4.751,1 MW Ende 2024 → 5.801,9 MW 2025. Rund 56 Prozent (3,4 GW) stammen aus rund 1.275 Freiflächen-Anlagen. Der Zubau im 1. Halbjahr 2025 im Freiflächensegment lag laut BNetzA bei +144 Prozent (von 67 auf 162 MW).
Zuständige Behörden
Landesministerium: Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt Sachsen-Anhalt (MWU, verantwortlich für energiepolitische Rahmensetzung und FFAVO)
Operative Baugenehmigung: Landkreise und kreisfreie Städte (Bauleitplanung)
Höhere Behörde: Landesverwaltungsamt
Fachliche Begleitung: Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt (LENA)
Netzbetreiber
Übertragungsnetz: 50Hertz Transmission GmbH
Verteilnetz: Avacon Netz GmbH in Nord- und Mittelteil des Landes (großer Teil Niedersachsens + Sachsen-Anhalt; hunderttausendste PV-Anlage im August 2024 angeschlossen); MITNETZ Strom (enviaM-Gruppe) im Süden
Sachsen-Anhalt war 2024 die von Netzeingriffen am stärksten betroffene MITNETZ-Region (742 Maßnahmen). Netzengpässe sind derzeit ein Schlüsselthema für neue Projekte.
Landesspezifische Regelungen
FFAVO seit 26.02.2022: EEG-Ausschreibungen für Freiflächen-PV auf Ackerland in benachteiligten Gebieten mit schwachen Böden bzw. schwer bewirtschaftbaren Hang- und Steillagen [2]
EEG-Kommunalbeteiligung seit 01.10.2025: Mindestbeteiligung 2,5 Cent pro kW installierter Leistung
Leitfaden Ende 2024: Empfehlungen an Kommunen, Projektbeiräte und Beteiligung für faire Wind- und Freiflächen-PV-Projekte (LENA)
Landesentwicklungsplan als Steuerungsinstrument
Mitteldeutsches Revier: Braunkohle-Tagebaufolge als Fokus für Strukturwandel-Standorte
Referenzprojekt
Solarpark + Batteriespeicher Zerbst (Statkraft): 47 MWp PV plus 16 MW/32 MWh Batteriespeicher auf ehemaliger Kiesgrube. Baustart Oktober 2024, Inbetriebnahme November 2025. Laut Statkraft beim Baustart "größter Solarpark in Sachsen-Anhalt". [3]
Zusätzlich in Planung: Solarpark Phönix-Nord (RES) auf ehemaliger Braunkohle-Halde im Elsteraue-Gebiet, 60 MWp auf 60 Hektar (Genehmigung Q2/2025 erwartet, Inbetriebnahme Anfang 2027).
Pachtpreis
Neu abgeschlossene Ackerland-Pachten in Sachsen-Anhalt 2024: 429 Euro pro Hektar und Jahr (2023: 407 Euro; Ministerium für Wirtschaft und Landwirtschaft ST, Update 10/2025). Regionale Trendaussage: Pachtpreise in ostdeutschen Ackerbauregionen inklusive Sachsen-Anhalt zeigten 2024 erstmals seit Jahren teilweise Rückgänge (-2 bis -10 Prozent). [4]
Für Freiflächen-Photovoltaik zahlen Projektentwickler in Sachsen-Anhalt 2026 im marktüblichen Rahmen von 2.500 bis 5.000 Euro pro Hektar und Jahr.
Was das für Ihre Fläche heißt
Sachsen-Anhalt ist ein starker Freiflächen-PV-Standort mit klarer Konversions-Fokussierung:
5.802 MW PV insgesamt, 56 Prozent aus Freiflächen (rund 3,4 GW)
FFAVO für schwache Böden und Hanglagen
EEG-Kommunalbeteiligung mit 2,5 Cent/kW seit 10/2025
Kombination Solar plus Batteriespeicher als Trend (Zerbst)
Mitteldeutsches Revier mit weiteren Konversionsflächen
Netzengpässe im MITNETZ-Gebiet als aktuelle Herausforderung
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Quellen
[1] MWU Sachsen-Anhalt: Photovoltaik; LENA: Sonne als Stromquelle; Solarserver: Ausbau Photovoltaik-Freiflächenanlagen im 1. Halbjahr 2025, 28.08.2025
[2] MWU Sachsen-Anhalt: FFAVO und Photovoltaik; LENA-Leitfaden für faire Wind- und Freiflächen-PV-Projekte (Ende 2024)
[3] Statkraft: Solar- und Batterieprojekt Zerbst (2024); radio SAW / Solarserver: Solarpark Phönix-Nord auf ehemaligem Tagebau
[4] MWL Sachsen-Anhalt: Pachtpreise landwirtschaftlicher Grundstücke 2024 (Update 10/2025); Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt Pressemitteilung 094/2024

Gründer & Geschäftsführer
Markus ist seit 2018 in der Photovoltaik-Branche aktiv und beschäftigt sich strategisch mit Plattformökonomie, Marktstrukturen und der wirtschaftlichen Bewertung von PV-Flächen.
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Dieser Artikel wurde von Dominik Reeg lektoriert am 30. August 2026.
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