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    Freiflächen-Photovoltaik in Sachsen 2026

    Freiflächen-PV in Sachsen: Sächsische PVFVO auf benachteiligten Gebieten, Energiepark Witznitz II 605 MW, Ackerpacht 232 EUR/ha, MITNETZ.

    Markus LaueMarkus Lauelektoriert vonDominik ReegDominik Reeg30. August 2026Lektoriert: 30. August 2026 6 Minuten Lesezeit
    Freiflächen-Photovoltaik in Sachsen 2026

    Das Wichtigste in Kürze

    • Das Energie- und Klimaprogramm Sachsen 2021 (EKP 2021) legt zusätzliche 10 TWh pro Jahr aus erneuerbaren Energien bis 2030 als Landesziel fest (Zwischenschritt: +4 TWh bis 2024). Installierte PV-Gesamtleistung Ende 2024: 4.661,4 MW (Nettozubau 2024: 1.125,4 MW); im 1. Halbjahr 2024 allein 727 MW zugebaut. [1]

    • Sächsische Photovoltaik-Freiflächenverordnung (PVFVO) öffnet EEG-Ausschreibungen für Freiflächen-PV auf Acker- und Grünland in benachteiligten Gebieten (750 kW bis 20 MW); der bisherige Jahres-Deckel von 180 MWp ist mit dem Solarpaket 1 seit 16.05.2024 aufgehoben. [2]

    • Energiepark Witznitz II bei Leipzig: 605 MWp seit Ende März 2024 komplett am Netz, im Sommer 2024 auf 650 MW erweitert. Rund 1,1 Mio. Module auf 500 Hektar ehemaligem Braunkohle-Tagebau, laut Betreiber größter zusammenhängender Solarpark Europas. Entwickler Move On Energy, Eigentümer Hansainvest Real Assets, 15-Jahres-PPA mit Shell Energy Europe. [3]

    • Klassische Ackerpacht 2023 in Sachsen: 232 Euro pro Hektar und Jahr (2020: 218 Euro, +6 Prozent), Dauergrünland 125 Euro; Neuverträge: Ackerland rund 260 Euro. [4]

    • Netzbetreiber: 50Hertz Transmission GmbH als ÜNB; Haupt-VNB MITNETZ Strom (enviaM-Gruppe) und SachsenNetze HS.HD (Dresden/Ostsachsen).

    Landes-Ausbauziel

    Sachsens Energie- und Klimaprogramm (EKP 2021) formuliert zusätzliche 10 TWh pro Jahr aus EE bis 2030 (nicht getrennt nach Technologie). Ein separates GW-Ziel nur für Freiflächen-PV veröffentlicht das Land nicht.

    Der Ist-Stand ist beeindruckend: Ende 2024 waren 4.661,4 MW PV installiert, Nettozubau 2024 lag bei 1.125,4 MW. Im 1. Halbjahr 2024 allein wurden 727 MW zugebaut, angetrieben durch Großprojekte wie Witznitz II.

    Zuständige Behörden

    • Fachpolitisch/Verordnungsgeber: Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz (SMWA)

    • Bauleitplanung: Gemeinden

    • Vollzug: Untere Immissionsschutz- und Baubehörden der Landkreise und kreisfreien Städte (Antragstellung seit 01.05.2025 über ELiA Online)

    • Arbeitshilfen: Sächsisches Staatsministerium für Regionalentwicklung (SMR)

    Netzbetreiber

    • Übertragungsnetz: 50Hertz Transmission GmbH (ganz Sachsen)

    • Verteilnetz: MITNETZ Strom (enviaM-Gruppe, größter regionaler VNB Ostdeutschlands, rund 73.000 km Netz in BB/SN/ST/TH), SachsenNetze HS.HD GmbH (Dresden/Ostsachsen, ehem. ENSO NETZ, seit 2021 Marke SachsenNetze)

    Der Zubau im MITNETZ-Netzgebiet (Dez 2024 bis Dez 2025) lag bei rund 27.000 neuen PV-Anlagen.

    Landesspezifische Regelungen

    • Sächsische PVFVO: Öffnung von Acker-/Grünland in benachteiligten Gebieten für EEG-Ausschreibungen (750 kW bis 20 MW). Jährlicher Zuschlagsdeckel von 180 MWp mit Solarpaket 1 seit 16.05.2024 aufgehoben [2]

    • Öffnung für Landwirtschaftsflächen in benachteiligten Gebieten (Gebietsstand 1997 und Neuabgrenzung 2015/2020) seit 2023

    • EEG-Kommunalabgabe: 0,1 Cent/kWh Pflichtabgabe, individuelle Vereinbarungen bis 0,5 Cent/kWh möglich

    • Braunkohle-Tagebaufolgeflächen (Lausitzer + Mitteldeutsches Revier) als zentraler Standortpool

    Referenzprojekt

    Energiepark Witznitz II bei Leipzig: 605 MWp seit Ende März 2024 komplett am Netz, Sommer 2024 auf 650 MW erweitert. Rund 1,1 Mio. Module auf 500 Hektar ehemaligem Braunkohle-Tagebau, laut Betreiber größter zusammenhängender Solarpark Europas. Entwickler Move On Energy, Eigentümer Hansainvest Real Assets, 15-Jahres-PPA mit Shell Energy Europe. [3]

    Damit ist Sachsen aktuell Standort des größten Solarparks in Europa. Die Lausitzer und Mitteldeutschen Reviere bieten weitere ähnliche Konversionspotenziale.

    Pachtpreis

    Die klassische Ackerpacht in Sachsen lag 2023 bei 232 Euro pro Hektar und Jahr (Statistisches Landesamt Sachsen, Agrarstrukturerhebung 2023, +6 Prozent gegenüber 2020). Dauergrünland: 125 Euro. Neuverträge: Ackerland rund 260 Euro, Grünland 131 Euro. Deutliche regionale Spreizung: Leipziger Tieflandsbucht und Pegau-Bornaer Land liegen hoch, Erzgebirge, Vogtland und Oberlausitz niedrig. [4]

    Für Freiflächen-Photovoltaik zahlen Projektentwickler in Sachsen 2026 im marktüblichen Rahmen von 2.500 bis 5.000 Euro pro Hektar und Jahr. Auf Braunkohle-Tagebaufolgeflächen laufen häufig eigene Vermarktungswege über die LMBV.

    Was das für Ihre Fläche heißt

    Sachsen ist einer der dynamischsten Freiflächen-PV-Standorte Deutschlands:

    • 10 TWh EE-Zubau bis 2030 als Landesziel

    • PVFVO mit aufgehobenem Jahres-Deckel seit 16.05.2024

    • Witznitz II als Leuchtturm (605 MW, größter Solarpark Europas)

    • Braunkohle-Konversion mit klarer Standort-Priorität

    • MITNETZ Strom als größter regionaler VNB Ostdeutschlands

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    Quellen

    [1] Fachagentur Wind und Solar: Länderinformation Sachsen (2026); medienservice.sachsen.de: Sachsen holt beim Ausbau der erneuerbaren Energien deutlich auf (2024); Energie- und Klimaprogramm Sachsen 2021

    [2] REVOSax PVFVO; energie.sachsen.de: Photovoltaik-Freiflächenanlagen (2024/25)

    [3] pv magazine: 605 Megawatt Photovoltaik-Kraftwerk in Sachsen komplett am Netz, 09.04.2024; Energie und Management: Solarpark Witznitz vollständig in Betrieb (2024)

    [4] Statistisches Landesamt Sachsen: Pressemitteilung 050/2024 vom 12.04.2024 (Agrarstrukturerhebung 2023)

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    Markus Laue
    Autor dieses ArtikelsMarkus Laue

    Gründer & Geschäftsführer

    Markus ist seit 2018 in der Photovoltaik-Branche aktiv und beschäftigt sich strategisch mit Plattformökonomie, Marktstrukturen und der wirtschaftlichen Bewertung von PV-Flächen.

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    Dominik Reeg
    Qualitätssicherung

    Dieser Artikel wurde von Dominik Reeg lektoriert am 30. August 2026.

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