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    Freiflächen-Photovoltaik in Niedersachsen 2026

    Freiflächen-PV in Niedersachsen: 65 GW bis 2035 (15 GW Freifläche), 0,47 Prozent Landesziel, Avacon Netz und EWE Netz, Ackerpacht 643 EUR/ha.

    Markus LaueMarkus Lauelektoriert vonDominik ReegDominik Reeg30. August 2026Lektoriert: 30. August 2026 6 Minuten Lesezeit
    Freiflächen-Photovoltaik in Niedersachsen 2026

    Das Wichtigste in Kürze

    • Niedersachsen strebt 65 GW PV bis 2035 an (50 GW Dach, 15 GW Freifläche). Flächenziel: 0,47 Prozent der Landesfläche für Freiflächen-PV bis 2033. Verankert in der Novelle des Niedersächsischen Klimaschutzgesetzes (NKlimaG). [1]

    • Die Niedersächsische Freiflächensolaranlagenverordnung (NFreiFlSolarAnlVO) öffnet Ackerflächen in benachteiligten Gebieten für BNetzA-Ausschreibungen. Im Februar 2025 novelliert: Deckel pro Jahr von 150 auf 500 MW angehoben. [2]

    • Landeskennzahl 26.04.2026: rund 10.753,9 MW PV gesamt installiert. Ende 2024 bereits ca. 1,2 GW Freiflächen-PV. In der BNetzA-Ausschreibungsrunde mit Gebotstermin 01.12.2024: 192 MW und 18 Zuschläge für NI. [3]

    • Größter regionaler Verteilnetzbetreiber: Avacon Netz GmbH (Süd-/Ost-/Mittel-Niedersachsen, Sitz Helmstedt). Im Weser-Ems-Raum: EWE Netz GmbH. Beide liegen in der TenneT-Regelzone.

    • Die klassische Ackerpacht in Niedersachsen liegt bei 643 Euro pro Hektar und Jahr (Destatis 2023), deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 407 Euro. [4]

    Landes-Ausbauziel

    Niedersachsen hat mit der Novelle des Klimaschutzgesetzes (NKlimaG) ein klares PV-Ziel verankert: 65 GW bis 2035, davon 50 GW auf Dachflächen und 15 GW auf Freiflächen. Das Flächenziel: 0,47 Prozent der Landesfläche bis 2033. [1]

    Der aktuelle Bestand am 26.04.2026 lag bei rund 10.753,9 MW PV insgesamt, Freiflächen-Anteil rund 1,2 GW Ende 2024. Zubau 2025 im Freiflächensegment: +424,4 MW in 12 Monaten. Das ist einer der stärksten Zubauraten in Deutschland.

    Zuständige Behörden

    • Landesministerium: Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz (MU)

    • Operative Baugenehmigung: Kommunale Bauaufsichtsbehörden (Landkreise/kreisfreie Städte) nach § 35 BauGB und NBauO

    • Beratung: Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN)

    Landesförderung und -strategie liegen beim MU (Umweltministerium). Die operative Genehmigung erfolgt auf Kreisebene.

    Netzbetreiber

    • Übertragungsnetz: TenneT TSO (gesamte Regelzone Niedersachsen)

    • Verteilnetz: Avacon Netz GmbH (Süd-/Ost-/Mittel-Niedersachsen, Sitz Helmstedt), EWE Netz GmbH (Weser-Ems, Nordwest)

    Avacon ist E.ON-Tochter und einer der größten regionalen VNB Deutschlands. EWE Netz deckt den kompletten Weser-Ems-Raum ab und ist ein Kernanschluss-VNB für Solarparks im Nordwesten.

    Landesspezifische Regelungen

    • NFreiFlSolarAnlVO (Februar 2025 novelliert): Öffnung von Ackerflächen in benachteiligten Gebieten, Jahres-Deckel von 150 auf 500 MW angehoben [2]

    • § 35 Absatz 1 Nummer 8b BauGB: 500-Meter-Streifen entlang BAB und Schienenwegen bundesrechtlich privilegiert (in NI aktiv genutzt)

    • Konversionsflächen und PV-Vorrang auf ertragsschwachen Böden werden landespolitisch bevorzugt

    Referenzprojekte

    Niedersachsen bekam in der BNetzA-Ausschreibungsrunde mit Gebotstermin 01.12.2024 insgesamt 192 MW über 18 Zuschläge. Der Zubau 2025 im Freiflächensegment lag bei +424,4 MW in 12 Monaten. Konkrete Leuchtturmprojekte streuen über die Regionen: Landkreis Cuxhaven, Emsland und Nordwest sind besonders aktiv.

    Ein Projekt in der öffentlichen Diskussion (Jübar, 300 MW) liegt strenggenommen im Altmarkkreis Salzwedel und damit in Sachsen-Anhalt.

    Pachtpreis

    Die klassische Ackerpacht in Niedersachsen lag 2023 bei 643 Euro pro Hektar und Jahr (Destatis-Landwirtschaftszählung), die landwirtschaftliche Nutzfläche gesamt bei 548 Euro. [4] Damit liegt Niedersachsen deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 407 Euro (Acker). Für Freiflächen-Photovoltaik zahlen Projektentwickler in NI 2026 im marktüblichen Rahmen von 3.500 bis 6.000 Euro pro Hektar und Jahr.

    Was das für Ihre Fläche heißt

    Niedersachsen gehört zu den stärksten Freiflächen-PV-Ländern Deutschlands:

    • Klares 65 GW-PV-Ziel bis 2035 mit 15 GW Freifläche

    • 0,47-Prozent-Landesflächenziel bis 2033

    • NFreiFlSolarAnlVO mit 500 MW Jahres-Deckel

    • Zwei dominante VNB (Avacon, EWE Netz) mit klaren Prozessen

    • Hohe Ackerpacht bedeutet: Projektentwickler zahlen entsprechend mehr

    Wenn Ihre Fläche in NI liegt, prüfen Sie mit unserem Netzabstandscheck und Privilegierungs-Check die Basis-Eignung. Details zu Ablauf und Verträgen im Leitfaden Freiflächen-Photovoltaik.

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    Quellen

    [1] Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen: Novelle Niedersächsisches Klimaschutzgesetz beschlossen (2024)

    [2] energiezukunft.eu: Niedersachsen erleichtert Bau von Solarparks, NFreiFlSolarAnlVO-Novelle 2025

    [3] solarzubau.de: Photovoltaik Niedersachsen Ausbau und Statistik 2026; Clearingstelle EEG/KWKG: BNetzA-Ausschreibungsrunde 01.12.2024

    [4] Destatis Pressemitteilung Nr. 153/2024: Pachtpreise Landwirtschaft Bundesländer 2023

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    Markus Laue
    Autor dieses ArtikelsMarkus Laue

    Gründer & Geschäftsführer

    Markus ist seit 2018 in der Photovoltaik-Branche aktiv und beschäftigt sich strategisch mit Plattformökonomie, Marktstrukturen und der wirtschaftlichen Bewertung von PV-Flächen.

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    Dominik Reeg
    Qualitätssicherung

    Dieser Artikel wurde von Dominik Reeg lektoriert am 30. August 2026.

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