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    Freiflächen-Photovoltaik in Hessen 2026

    Freiflächen-Photovoltaik in Hessen: Hessisches Energiegesetz mit 1 Prozent Landesfläche für PV, TenneT/Amprion und Syna, Bestand 3.766 MW.

    Markus LaueMarkus Lauelektoriert vonDominik ReegDominik Reeg30. August 2026Lektoriert: 30. August 2026 6 Minuten Lesezeit
    Freiflächen-Photovoltaik in Hessen 2026

    Das Wichtigste in Kürze

    • Das Hessische Energiegesetz (HEG) legt 1 Prozent der Landesfläche = 21.115 Hektar für den PV-Ausbau bis 2045 fest. Mindestens die Hälfte davon soll über Freiflächen-PV kommen. Zubau 2023 netto: 703,5 MW; Bestand Ende 2023: 3.766,7 MW. [1]

    • Die Verordnung der obersten Landesplanungsbehörde vom 15. April 2025 stellt Vorhaben nach § 35 Absatz 1 Nummer 8 BauGB in regionalplanerischen Vorranggebieten Landwirtschaft vom Zielabweichungsverfahren frei. [2]

    • Seit 1. Januar 2023 sind 200-Meter-Streifen entlang Bundesautobahnen und mindestens zweigleisigen Bahnstrecken bundesrechtlich privilegiert (§ 35 Absatz 1 Nummer 8b BauGB) und werden in Hessen aktiv genutzt. [2]

    • Aktuell größte in Betrieb befindliche Freiflächen-PV-Anlage: Rhein-Main-Solarpark auf der Altdeponie Dreieich-Buchschlag mit 8,2 MWp (seit 2011). In Planung: Solarpark Büttelborn 70 MWp und Konversion Großauheim in Hanau.

    • Verteilnetzbetreiber und ÜNB sind je nach Landesteil unterschiedlich: TenneT (Nord/Mitte) und Amprion (Süd) auf ÜNB-Ebene; Syna, NRM, EAM Netz und OsthessenNetz als wichtigste VNB.

    Landes-Ausbauziel

    Das Hessische Energiegesetz (HEG) verankert das 1-Prozent-Landesflächenziel: 21.115 Hektar für PV-Ausbau bis 2045. Mindestens die Hälfte davon soll über Freiflächen-PV kommen. Der Zubau 2023 lag mit 703,5 MW netto auf hohem Niveau, der Bestand Ende 2023 bei 3.766,7 MW.

    Damit gehört Hessen zu den wenigen Ländern, die den PV-Ausbau in einem Landesgesetz mit konkretem Flächenziel verankern.

    Zuständige Behörden

    • Landesministerium (Grundsatz): Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

    • Immissionsschutz: Regierungspräsidien Darmstadt, Gießen und Kassel

    • Operative Baugenehmigung: Untere Bauaufsichtsbehörden (Kreisebene)

    • Naturschutz: Untere Naturschutzbehörde

    • Referenz: Regierungspräsidium Kassel führt eine "Linksammlung Freiflächen-PV" (Stand 08/2025)

    Netzbetreiber

    • Übertragungsnetz: TenneT (Nord- und Mittelhessen), Amprion (Südhessen)

    • Verteilnetz: Syna (Amprion-Regelzone, südhessisch/Rhein-Main), Netzdienste Rhein-Main (NRM, TenneT-Regelzone), EAM Netz (Nordhessen), OsthessenNetz

    Hessen hat als einziges Land eine echte Zweiteilung zwischen zwei ÜNB. Für die Netzanschluss-Anfrage ist die Regelzone entscheidend.

    Landesspezifische Regelungen

    • Verordnung 15. April 2025: Freistellung vom Zielabweichungsverfahren für § 35 Absatz 1 Nummer 8 BauGB-Vorhaben in regionalplanerischen Vorranggebieten Landwirtschaft [2]

    • § 35 Absatz 1 Nummer 8b BauGB: 200-Meter-Streifen an BAB und mindestens zweigleisigen Bahnstrecken (seit 01.01.2023 bundesrechtlich privilegiert) wird in Hessen aktiv genutzt

    • HEG: 1-Prozent-Landesflächenziel bis 2045 [1]

    Referenzprojekte

    RMS Rhein-Main-Solarpark auf der Altdeponie Dreieich-Buchschlag: 8,2 MWp, aktuell größte in Betrieb befindliche PV-Anlage Hessens (seit 2011). Hessen liegt bei den einzelnen Anlagen-Größen weit hinter ostdeutschen Ländern, hat aber viele mittelgroße Projekte in Planung.

    In Planung: Solarpark Büttelborn (Ortsteil Worfelden) 70 MWp auf 48 Hektar; Konversion Großauheim (Hanau, mit AHS-Solar). Beide Projekte sollen die Landes-Rangliste in den nächsten Jahren neu ordnen.

    Pachtpreis

    Der konkrete Landeswert für die klassische Ackerpacht in Hessen ist im Destatis-Datensatz zur Landwirtschaftszählung 2023 enthalten, wurde in dieser Ausgabe nicht extrahiert. Vor Vertragsverhandlungen empfiehlt sich der Blick in aktuelle Pachtspiegel der Landwirtschaftskammer oder Destatis. Für Freiflächen-Photovoltaik zahlen Projektentwickler in Hessen 2026 im marktüblichen Rahmen von 2.500 bis 5.000 Euro pro Hektar und Jahr.

    Was das für Ihre Fläche heißt

    Hessen ist ein solider Standort für Freiflächen-PV:

    • Klares 1-Prozent-Landesflächenziel bis 2045

    • Verordnung 2025 vereinfacht Vorranggebiete Landwirtschaft

    • Aktive Nutzung der 200-m-Streifen an Autobahnen und Bahnstrecken

    • Zwei ÜNB (TenneT und Amprion) je nach Region

    • Rhein-Main als starker Nachfragemarkt (Datacenter-Cluster)

    Wenn Ihre Fläche in Hessen liegt, prüfen Sie mit unserem Netzabstandscheck und Privilegierungs-Check die Basis-Eignung. Details zu Ablauf und Verträgen im Leitfaden Freiflächen-Photovoltaik.

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    Quellen

    [1] Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: Hessisches Energiegesetz (HEG); Bund-Länder-Kooperationsausschuss-Bericht 2024

    [2] Regierungspräsidium Kassel: Linksammlung Freiflächen-PV, Stand 08/2025 (mit Verordnung vom 15.04.2025)

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    Markus Laue
    Autor dieses ArtikelsMarkus Laue

    Gründer & Geschäftsführer

    Markus ist seit 2018 in der Photovoltaik-Branche aktiv und beschäftigt sich strategisch mit Plattformökonomie, Marktstrukturen und der wirtschaftlichen Bewertung von PV-Flächen.

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    Dominik Reeg
    Qualitätssicherung

    Dieser Artikel wurde von Dominik Reeg lektoriert am 30. August 2026.

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