Freiflächen-Photovoltaik in Brandenburg 2026
Freiflächen-PV in Brandenburg: 18 GW bis 2030, Solar-Euro 2.000 EUR/MW/Jahr, Solarpark Weesow-Willmersdorf 187 MW, Ackerpacht 198 EUR/ha.

Das Wichtigste in Kürze
Brandenburgs Energiestrategie 2040 zielt auf 18 GW installierte PV-Leistung bis 2030 und 33 GW bis 2040. Ist-Stand Januar 2026: über 172.000 PV-Anlagen mit rund 8.865 MW; davon 1.523 Freiflächen-Anlagen mit rund 7,9 GW = 73 Prozent der Landes-PV-Leistung. Zubau 2025: 874 MW (rund ein Drittel weniger als 2024). [1]
Photovoltaik-Freiflächenanlagen-Abgabengesetz (BbgPVAbgG) seit 01.02.2024 in Kraft: Betreiber neuer PV-Freiflächen-Anlagen über 1 MW, die nach dem 31.12.2024 in Betrieb gehen, zahlen 2.000 Euro pro MW und Jahr ("Solar-Euro") an die Standortkommune, fällig jährlich zum 30. April. [2]
Novelle 2025: Konsolidierung mit dem Wind-Abgabegesetz zum Erneuerbare-Energien-Sonderabgabengesetz (BbgEESG). [3]
Größter Solarpark: Solarpark Weesow-Willmersdorf (EnBW) bei Werneuchen mit 187 MW installierter Leistung auf 164 Hektar (465.000 Module), größte Freiflächen-PV-Anlage Deutschlands, subventionsfrei außerhalb EEG. EnBW baut zwei weitere je 150-MW-Anlagen im gleichen Cluster. [4]
Klassische Ackerpacht 2023 in Brandenburg: 198 Euro pro Hektar und Jahr (Neuverträge: 215 Euro), landwirtschaftliche Nutzfläche gesamt 185 Euro. Kaufwerte 2024: rund 13.218 Euro pro Hektar im Durchschnitt (2.383 Verkäufe, Gesamtwert rund 130 Mio. Euro). [5]
Landes-Ausbauziel
Brandenburgs Energiestrategie 2040 formuliert klare PV-Ziele: 18.000 MW bis 2030, 33.000 MW bis 2040. Der Ist-Stand Januar 2026 liegt bei rund 8.865 MW und damit auf Kurs.
Der Zubau 2025 lag bei 874 MW, rund ein Drittel unter 2024. Hintergrund: Netzengpässe, Vollauslastung des Solarparks-Clusters Werneuchen und stärkerer Wettbewerb um Flächen. Freiflächen dominieren mit rund 73 Prozent der Landes-PV-Leistung, das ist der höchste Anteil in Deutschland.
Zuständige Behörden
Energie/Klima: Ministerium für Wirtschaft, Energie, Klimaschutz und Europa (MWEKE, Förderung über ILB)
Landesplanung: Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung (MIL)
Umwelt/Landwirtschaft: Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLEUV)
Baugenehmigung: Kommunen (Bebauungsplan) und Landkreise (Untere Bauaufsichtsbehörden)
Für großflächige Vorhaben spielen alle drei Ministerien zusammen, die Baugenehmigung erfolgt kommunal.
Netzbetreiber
Übertragungsnetz: 50Hertz Transmission GmbH (380-kV-Netz)
Verteilnetz: E.DIS Netz GmbH (Sitz Fürstenwalde/Spree, rund 36.000 km² Versorgungsgebiet, rund 1.700 Mitarbeitende), in Randgebieten WEMAG Netz (nordwestlich) und Netze Berlin (Berlin-Grenze)
Vier neue Umspannwerke E.DIS/50Hertz sind zuletzt in Betrieb gegangen: Putlitz Süd, Gransee, Altentreptow Süd, Heinersdorf. Die Netzverstärkungen sind zentraler Engpass für weiteren Freiflächen-Zubau.
Landesspezifische Regelungen
BbgPVAbgG (Solar-Euro) seit 01.02.2024: 2.000 Euro pro MW und Jahr an die Standortkommune für neue Freiflächen-Anlagen über 1 MW, Inbetriebnahme ab 01.01.2025 [2]
BbgEESG (Konsolidierung 2025): Zusammenlegung Wind- und Solar-Abgaben [3]
Gemeinsame Arbeitshilfe PV-FFA (MLUK/MIL/MWAE, 2023) mit Positiv- und Ausschlusskriterien für Kommunen
MLUK-Rahmenbedingungen für Master-B-Pläne PV-FFA in Landschaftsschutzgebieten (2024)
Referenzprojekt
Solarpark Weesow-Willmersdorf (EnBW) bei Werneuchen: 187 MW installierte Leistung auf 164 Hektar mit 465.000 Modulen. Aktuell größte Freiflächen-PV-Anlage Deutschlands, subventionsfrei außerhalb EEG (Direktvermarktung). EnBW baut aktuell zwei weitere je 150-MW-Anlagen im gleichen Cluster. [4]
Das Cluster Werneuchen ist einer der wenigen Standorte in Deutschland mit einer klaren Multi-Projekt-Strategie eines einzelnen Entwicklers.
Pachtpreis
Die klassische Ackerpacht in Brandenburg lag 2023 bei 198 Euro pro Hektar und Jahr (Destatis-Agrarstrukturerhebung 2023). Neuverträge (letzte 2 Jahre) 215 Euro; landwirtschaftliche Nutzfläche gesamt 185 Euro, Dauergrünland 137 Euro. Kaufwerte 2024: rund 13.218 Euro pro Hektar im Durchschnitt (2.383 Verkäufe, Gesamtwert rund 130 Mio. Euro). [5]
Für Freiflächen-Photovoltaik zahlen Projektentwickler in Brandenburg 2026 im marktüblichen Rahmen von 2.500 bis 5.000 Euro pro Hektar und Jahr. Das ist rund das 12- bis 25-fache der klassischen Ackerpacht. Zusätzlich fällt der Solar-Euro als Standortkommune-Abgabe an, den der Projektentwickler trägt.
Was das für Ihre Fläche heißt
Brandenburg ist der Freiflächen-PV-Markt Nummer 1 in Deutschland:
73 Prozent der Landes-PV-Leistung aus Freiflächen (höchster Wert)
18 GW-Ausbauziel bis 2030 fest verankert
Solar-Euro als planbare Kommunalabgabe
Großes Cluster Werneuchen zeigt Skalierbarkeit
Niedrige Ackerpacht, hoher relativer Aufschlag durch PV
50Hertz-Regelzone mit dichter 380-kV-Anbindung
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Quellen
[1] MWEKE Brandenburg: Photovoltaik und Solarthermie (Stand Januar 2026); Solarserver: Photovoltaik-Ausbau in Brandenburg 2025, 16.02.2026
[2] pv magazine: Brandenburg beschließt Sonderabgabe für Photovoltaik-Freiflächenanlagen ab 2025, 25.01.2024; bravors.brandenburg.de (Gesetzestext BbgPVAbgG)
[3] Solarserver: Landtag debattiert Novelle der Kommunalbeteiligung in Brandenburg, 24.09.2025
[4] MWEKE Brandenburg: Portalseite Photovoltaik (Stand Januar 2026, mit Weesow-Willmersdorf-Bezug); Energieportal Brandenburg Praxisbeispiele
[5] Amt für Statistik Berlin-Brandenburg: Pachtpreise steigen weiter (Pressemitteilung 052/2024); Kaufwerte für Landwirtschaft im Land Brandenburg 2024

Gründer & Geschäftsführer
Markus ist seit 2018 in der Photovoltaik-Branche aktiv und beschäftigt sich strategisch mit Plattformökonomie, Marktstrukturen und der wirtschaftlichen Bewertung von PV-Flächen.
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Dieser Artikel wurde von Dominik Reeg lektoriert am 30. August 2026.
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