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    Freiflächen-Photovoltaik in Brandenburg 2026

    Freiflächen-PV in Brandenburg: 18 GW bis 2030, Solar-Euro 2.000 EUR/MW/Jahr, Solarpark Weesow-Willmersdorf 187 MW, Ackerpacht 198 EUR/ha.

    Markus LaueMarkus Lauelektoriert vonDominik ReegDominik Reeg30. August 2026Lektoriert: 30. August 2026 6 Minuten Lesezeit
    Freiflächen-Photovoltaik in Brandenburg 2026

    Das Wichtigste in Kürze

    • Brandenburgs Energiestrategie 2040 zielt auf 18 GW installierte PV-Leistung bis 2030 und 33 GW bis 2040. Ist-Stand Januar 2026: über 172.000 PV-Anlagen mit rund 8.865 MW; davon 1.523 Freiflächen-Anlagen mit rund 7,9 GW = 73 Prozent der Landes-PV-Leistung. Zubau 2025: 874 MW (rund ein Drittel weniger als 2024). [1]

    • Photovoltaik-Freiflächenanlagen-Abgabengesetz (BbgPVAbgG) seit 01.02.2024 in Kraft: Betreiber neuer PV-Freiflächen-Anlagen über 1 MW, die nach dem 31.12.2024 in Betrieb gehen, zahlen 2.000 Euro pro MW und Jahr ("Solar-Euro") an die Standortkommune, fällig jährlich zum 30. April. [2]

    • Novelle 2025: Konsolidierung mit dem Wind-Abgabegesetz zum Erneuerbare-Energien-Sonderabgabengesetz (BbgEESG). [3]

    • Größter Solarpark: Solarpark Weesow-Willmersdorf (EnBW) bei Werneuchen mit 187 MW installierter Leistung auf 164 Hektar (465.000 Module), größte Freiflächen-PV-Anlage Deutschlands, subventionsfrei außerhalb EEG. EnBW baut zwei weitere je 150-MW-Anlagen im gleichen Cluster. [4]

    • Klassische Ackerpacht 2023 in Brandenburg: 198 Euro pro Hektar und Jahr (Neuverträge: 215 Euro), landwirtschaftliche Nutzfläche gesamt 185 Euro. Kaufwerte 2024: rund 13.218 Euro pro Hektar im Durchschnitt (2.383 Verkäufe, Gesamtwert rund 130 Mio. Euro). [5]

    Landes-Ausbauziel

    Brandenburgs Energiestrategie 2040 formuliert klare PV-Ziele: 18.000 MW bis 2030, 33.000 MW bis 2040. Der Ist-Stand Januar 2026 liegt bei rund 8.865 MW und damit auf Kurs.

    Der Zubau 2025 lag bei 874 MW, rund ein Drittel unter 2024. Hintergrund: Netzengpässe, Vollauslastung des Solarparks-Clusters Werneuchen und stärkerer Wettbewerb um Flächen. Freiflächen dominieren mit rund 73 Prozent der Landes-PV-Leistung, das ist der höchste Anteil in Deutschland.

    Zuständige Behörden

    • Energie/Klima: Ministerium für Wirtschaft, Energie, Klimaschutz und Europa (MWEKE, Förderung über ILB)

    • Landesplanung: Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung (MIL)

    • Umwelt/Landwirtschaft: Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLEUV)

    • Baugenehmigung: Kommunen (Bebauungsplan) und Landkreise (Untere Bauaufsichtsbehörden)

    Für großflächige Vorhaben spielen alle drei Ministerien zusammen, die Baugenehmigung erfolgt kommunal.

    Netzbetreiber

    • Übertragungsnetz: 50Hertz Transmission GmbH (380-kV-Netz)

    • Verteilnetz: E.DIS Netz GmbH (Sitz Fürstenwalde/Spree, rund 36.000 km² Versorgungsgebiet, rund 1.700 Mitarbeitende), in Randgebieten WEMAG Netz (nordwestlich) und Netze Berlin (Berlin-Grenze)

    Vier neue Umspannwerke E.DIS/50Hertz sind zuletzt in Betrieb gegangen: Putlitz Süd, Gransee, Altentreptow Süd, Heinersdorf. Die Netzverstärkungen sind zentraler Engpass für weiteren Freiflächen-Zubau.

    Landesspezifische Regelungen

    • BbgPVAbgG (Solar-Euro) seit 01.02.2024: 2.000 Euro pro MW und Jahr an die Standortkommune für neue Freiflächen-Anlagen über 1 MW, Inbetriebnahme ab 01.01.2025 [2]

    • BbgEESG (Konsolidierung 2025): Zusammenlegung Wind- und Solar-Abgaben [3]

    • Gemeinsame Arbeitshilfe PV-FFA (MLUK/MIL/MWAE, 2023) mit Positiv- und Ausschlusskriterien für Kommunen

    • MLUK-Rahmenbedingungen für Master-B-Pläne PV-FFA in Landschaftsschutzgebieten (2024)

    Referenzprojekt

    Solarpark Weesow-Willmersdorf (EnBW) bei Werneuchen: 187 MW installierte Leistung auf 164 Hektar mit 465.000 Modulen. Aktuell größte Freiflächen-PV-Anlage Deutschlands, subventionsfrei außerhalb EEG (Direktvermarktung). EnBW baut aktuell zwei weitere je 150-MW-Anlagen im gleichen Cluster. [4]

    Das Cluster Werneuchen ist einer der wenigen Standorte in Deutschland mit einer klaren Multi-Projekt-Strategie eines einzelnen Entwicklers.

    Pachtpreis

    Die klassische Ackerpacht in Brandenburg lag 2023 bei 198 Euro pro Hektar und Jahr (Destatis-Agrarstrukturerhebung 2023). Neuverträge (letzte 2 Jahre) 215 Euro; landwirtschaftliche Nutzfläche gesamt 185 Euro, Dauergrünland 137 Euro. Kaufwerte 2024: rund 13.218 Euro pro Hektar im Durchschnitt (2.383 Verkäufe, Gesamtwert rund 130 Mio. Euro). [5]

    Für Freiflächen-Photovoltaik zahlen Projektentwickler in Brandenburg 2026 im marktüblichen Rahmen von 2.500 bis 5.000 Euro pro Hektar und Jahr. Das ist rund das 12- bis 25-fache der klassischen Ackerpacht. Zusätzlich fällt der Solar-Euro als Standortkommune-Abgabe an, den der Projektentwickler trägt.

    Was das für Ihre Fläche heißt

    Brandenburg ist der Freiflächen-PV-Markt Nummer 1 in Deutschland:

    • 73 Prozent der Landes-PV-Leistung aus Freiflächen (höchster Wert)

    • 18 GW-Ausbauziel bis 2030 fest verankert

    • Solar-Euro als planbare Kommunalabgabe

    • Großes Cluster Werneuchen zeigt Skalierbarkeit

    • Niedrige Ackerpacht, hoher relativer Aufschlag durch PV

    • 50Hertz-Regelzone mit dichter 380-kV-Anbindung

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    Quellen

    [1] MWEKE Brandenburg: Photovoltaik und Solarthermie (Stand Januar 2026); Solarserver: Photovoltaik-Ausbau in Brandenburg 2025, 16.02.2026

    [2] pv magazine: Brandenburg beschließt Sonderabgabe für Photovoltaik-Freiflächenanlagen ab 2025, 25.01.2024; bravors.brandenburg.de (Gesetzestext BbgPVAbgG)

    [3] Solarserver: Landtag debattiert Novelle der Kommunalbeteiligung in Brandenburg, 24.09.2025

    [4] MWEKE Brandenburg: Portalseite Photovoltaik (Stand Januar 2026, mit Weesow-Willmersdorf-Bezug); Energieportal Brandenburg Praxisbeispiele

    [5] Amt für Statistik Berlin-Brandenburg: Pachtpreise steigen weiter (Pressemitteilung 052/2024); Kaufwerte für Landwirtschaft im Land Brandenburg 2024

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    Markus Laue
    Autor dieses ArtikelsMarkus Laue

    Gründer & Geschäftsführer

    Markus ist seit 2018 in der Photovoltaik-Branche aktiv und beschäftigt sich strategisch mit Plattformökonomie, Marktstrukturen und der wirtschaftlichen Bewertung von PV-Flächen.

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    Dominik Reeg
    Qualitätssicherung

    Dieser Artikel wurde von Dominik Reeg lektoriert am 30. August 2026.

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