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    Freiflächen-Photovoltaik in Baden-Württemberg 2026

    Was für Freiflächen-Photovoltaik in Baden-Württemberg gilt: Regionalplanziele, FFÖ-VO, Landesbauordnung, Netzbetreiber, Pacht 311 EUR/ha.

    Markus LaueMarkus Lauelektoriert vonDominik ReegDominik Reeg30. August 2026Lektoriert: 30. August 2026 6 Minuten Lesezeit
    Freiflächen-Photovoltaik in Baden-Württemberg 2026

    Das Wichtigste in Kürze

    • Baden-Württemberg hat die 0,2-Prozent-Regionsflächenkulisse für Freiflächen-PV nach § 249b EEG bis Ende September 2025 umgesetzt. Die ZSW-Sektorziel-Studie rechnet mit rund 880 MW jährlichem Freiflächen-PV-Zubau ab 2026. [1]

    • Seit dem 28. Juni 2025 sind Freiflächen-PV-Anlagen nach der reformierten Landesbauordnung (LBO) verfahrensfrei; ab März 2026 auch Einzäunung und Nebenanlagen. Das ist der aktuell schnellste Genehmigungsweg in Deutschland. [1]

    • Die Freiflächenöffnungsverordnung (FFÖ-VO) wurde im Juni 2022 auf 500 MW Kontingent pro Jahr angehoben (vorher 100 MW), für PV auf Acker- und Grünland in benachteiligten Gebieten. [2]

    • Größter in Betrieb befindlicher Solarpark: Solarpark Gickelfeld bei Külsheim (Main-Tauber-Kreis) mit 68 MW, eröffnet am 10. Juli 2024. [3]

    • Die klassische Ackerpacht in Baden-Württemberg liegt bei 311 EUR pro Hektar und Jahr (Destatis 2023), unter dem Bundesdurchschnitt von 407 EUR. [4]

    Landes-Ausbauziel und Flächenkulisse

    Baden-Württemberg hat als eines der ersten Länder die 0,2-Prozent-Regionsflächenkulisse nach § 249b EEG umgesetzt. Jede Regionsplanungsstelle im Land musste bis Ende September 2025 diese Fläche für Freiflächen-PV ausweisen.

    Die ZSW-Sektorziel-Studie "Klimaneutralität BW 2040" schätzt den benötigten jährlichen Freiflächen-PV-Zubau ab 2026 auf rund 880 MW. Der Ist-Zubau 2025 lag bei mindestens 673 MW, das entspricht einem Plus von 25 Prozent gegenüber 2024. [1] [5]

    Zuständige Behörden

    • Landesministerium: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg (Grundsatz-Zuständigkeit)

    • Operative Baugenehmigung: Untere Baurechtsbehörden der Landkreise und Stadtkreise

    • Regionalplanung: Regionalverbände (z.B. Verband Region Stuttgart, Regionalverband Nordschwarzwald)

    Die reformierte Landesbauordnung von Juni 2025 macht Freiflächen-PV verfahrensfrei. Die Anzeige beim Landkreis reicht, kein formaler Bauantrag mehr nötig. Das ist der aktuell schnellste Weg in Deutschland.

    Netzbetreiber

    • Übertragungsnetz: TransnetBW (Sitz Stuttgart)

    • Verteilnetz: Netze BW (EnBW-Tochter, größter VNB im Land), Stadtwerke Karlsruhe Netze, MVV Netze (Mannheim), badenovaNETZE (Freiburg), Stadtwerke Heidelberg Netze

    Netze BW deckt weite Teile des Landes ab, außer die genannten Stadtwerke-Netze in Karlsruhe, Mannheim, Freiburg und Heidelberg.

    Landesspezifische Regelungen

    • Freiflächenöffnungsverordnung (FFÖ-VO): Kontingent 500 MW pro Jahr für PV auf Acker- und Grünland in benachteiligten Gebieten (seit Juni 2022, davor 100 MW) [2]

    • LBO-Reform Juni 2025: Freiflächen-PV verfahrensfrei

    • Regionalpläne: Umsetzung der 0,2-Prozent-Flächenkulisse abgeschlossen (Stand Ende September 2025)

    Referenzprojekt

    Solarpark Gickelfeld bei Külsheim (Main-Tauber-Kreis): 68 MW, größter in Betrieb befindlicher Solarpark Baden-Württembergs, eröffnet am 10. Juli 2024. Betreiber: EnBW, Thüga Erneuerbare Energien und Stadtwerke Tauberfranken. [3]

    Ein weiteres Projekt im Bau: Solarpark Langenenslingen auf der Schwäbischen Alb mit 80 MW, geplante Fertigstellung Mitte 2025.

    Pachtpreis

    Die klassische Ackerpacht in Baden-Württemberg lag 2023 bei 311 Euro pro Hektar und Jahr (Destatis-Landwirtschaftszählung). Das ist unter dem Bundesdurchschnitt von 407 Euro. [4] Für Freiflächen-Photovoltaik zahlen Projektentwickler in Baden-Württemberg 2026 im marktüblichen Rahmen von 2.500 bis 5.500 Euro pro Hektar und Jahr. Das ist das Sechs- bis Achtzehnfache der klassischen Ackerpacht. [6]

    Was das für Ihre Fläche heißt

    Baden-Württemberg ist derzeit einer der attraktivsten deutschen Standorte für Freiflächen-PV:

    • Sehr hoher Sonnenertrag (Süddeutschland)

    • Verfahrensfreie Genehmigung nach neuer LBO

    • Klare Flächenkulisse in den Regionalplänen

    • 500 MW jährliches FFÖ-VO-Kontingent für benachteiligte Gebiete

    • Aktive Landespolitik zum Ausbau

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    Quellen

    [1] Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg: Photovoltaik-Freiflächenanlagen (2025)

    [2] pv magazine: Baden-Württemberg erhöht FFÖ-VO-Kontingent auf 500 MW, 01.06.2022

    [3] EnBW / solarserver.de: Solarpark Gickelfeld Külsheim, 12.03.2024

    [4] Destatis Pressemitteilung Nr. 153/2024: Pachtpreise Landwirtschaft Bundesländer 2023

    [5] solarserver.de: BW-Zubau 2025 mind. 673 MW Freiflächen-PV, 13.10.2025

    [6] Logic Energy und enlapa: Pachtspannen Freiflächen-PV 2026

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    Markus Laue
    Autor dieses ArtikelsMarkus Laue

    Gründer & Geschäftsführer

    Markus ist seit 2018 in der Photovoltaik-Branche aktiv und beschäftigt sich strategisch mit Plattformökonomie, Marktstrukturen und der wirtschaftlichen Bewertung von PV-Flächen.

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    Dominik Reeg
    Qualitätssicherung

    Dieser Artikel wurde von Dominik Reeg lektoriert am 30. August 2026.

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