Anbieter und Hersteller von Agri-PV-Systemen 2026
Welche Firmen 2026 Agri-Photovoltaik in Deutschland bauen: Next2Sun, Sunfarming, BayWa r.e., Vattenfall. Systeme, Referenzen, Ansprechpartner.

Das Wichtigste in Kürze
Der deutsche Agri-PV-Markt ist noch klein, aber im Aufbau. Wenige Anbieter dominieren, viele sind spezialisiert auf bestimmte Bauarten oder Kulturen.
Marktführer für vertikal-bifaziale Systeme (Kategorie II) ist Next2Sun aus dem Saarland. Das Unternehmen hat im September 2025 sein 10-jähriges Firmenjubiläum gefeiert. [1]
Weitere aktive Akteure: Sunfarming (Erkner/Brandenburg), BayWa r.e., Vattenfall (Projektentwickler). Für Sonderkulturen wie Beeren und Wein gibt es zusätzlich internationale Anbieter wie Insolight und Voltiris. [2] [3]
Konkrete Marktanteile sind für 2026 nicht öffentlich dokumentiert.
Wie sich der Markt gliedert
Der Agri-PV-Markt in Deutschland unterscheidet drei Anbieter-Typen:
System-Hersteller. Entwickeln und produzieren die Aufständerung und die zugehörigen Module. Beispiele: Next2Sun (vertikal-bifazial), Sunfarming (hochaufgeständert).
Projektentwickler. Kombinieren fremde oder eigene Systeme mit Planung, Genehmigung, Finanzierung und Betrieb. Beispiele: BayWa r.e., Vattenfall.
Full-Service-Anbieter. Kombinieren eigene Systeme mit Projektentwicklung. Beispiele: Next2Sun, Sunfarming.
Für Sie als Flächeneigentümer ist meist ein Projektentwickler oder Full-Service-Anbieter der direkte Ansprechpartner, weniger der reine System-Hersteller.
Die wichtigsten deutschen Anbieter 2026
Next2Sun
Sitz: Merzig, Saarland
Schwerpunkt: vertikal-bifaziale Agri-PV (Kategorie II)
Referenzen: über 100 realisierte Anlagen weltweit, in Deutschland führend bei Grünland- und Ackerbau-Kombinationen
Marktposition: Marktführer im vertikal-bifazialen Segment
Besonderheit: 10-jähriges Firmenjubiläum September 2025, mehr als 100 Mitarbeitende, international tätig [1]
Sunfarming
Sitz: Erkner, Brandenburg
Schwerpunkt: hochaufgeständerte Agri-PV, Systemname "Agro-Solar"
Referenzen: Kooperationen mit Fraunhofer ISE und FZ Jülich
Marktposition: eine der ältesten deutschen Solar-Firmen, Pipeline über 500 MW angekündigt [3]
Besonderheit: Full-Service inklusive Planung, Genehmigung, Bau und Betrieb
BayWa r.e.
Sitz: München, Bayern
Schwerpunkt: Sonderkulturen (Beeren, Äpfel, Wein), sowohl in Deutschland als auch international
Referenzen: mehrere Sonderkultur-Referenzprojekte in Bayern und Baden-Württemberg
Marktposition: Global Player, in Deutschland aktiv bei Sonderkulturen
Besonderheit: Full-Service von Genehmigung bis Betriebsführung [2]
Vattenfall
Sitz: Berlin (Deutschland-Zentrale)
Schwerpunkt: Projektentwicklung, kein eigener Systembauer
Referenzen: Deutschlands größter Agri-PV-Park in Tützpatz (MV), Inbetriebnahme 10. September 2025, 76 MWp auf 93 Hektar, 146.000 Module, PPA mit der Deutschen Telekom über 10 Jahre, ohne EEG-Förderung [4]
Besonderheit: Fokus auf große Anlagen mit Direktabnehmern
Weitere Anbieter im Markt
Neben den vier Marktführern gibt es kleinere und spezialisierte Anbieter, die 2025/2026 aktiv sind: [2]
Trina Solar (Modulhersteller mit Agri-PV-Referenzen)
GridParity (System-Anbieter)
Insolight (Schweizer Anbieter für Sonderkulturen)
Voltiris (Anbieter für Weinbau)
EWS Consulting (Österreichischer Anbieter)
Diese Übersicht ist nicht abschließend. Neue Anbieter kommen laufend hinzu, weil das Marktsegment wächst.
Worauf Sie bei der Anbieterwahl achten
Passung zur Bauart Ihrer Fläche. Nicht jeder Anbieter kann jede Kategorie und jede Kultur. Vertikal-bifazial (Next2Sun) passt zu Grünland und Ackerbau, hochaufgeständert (BayWa r.e., Sunfarming) zu Sonderkulturen.
Referenzen in vergleichbarer Konstellation. Bitten Sie um konkrete Anlagen: gleiche Kategorie, gleiche Kultur, ähnliche Region. Sprechen Sie im Idealfall mit dem dortigen Eigentümer.
Solide Finanzierungsstruktur. Kleinere Anbieter sind manchmal auf Weiterverkauf angewiesen. Fragen Sie nach der Finanzierung.
Rückbau-Bürgschaft. Bei Agri-PV wegen der aufwendigeren Aufständerung noch wichtiger als bei klassischer Freiflächen-PV.
Landwirtschaftliches Konzept nach DIN SPEC 91434. Der Anbieter sollte ein tragfähiges Bewirtschaftungskonzept vorlegen können, inklusive Ertragsprognose für die Kultur.
Rote Flaggen
Angebote ohne konkrete Kategorien-Zuordnung. Wenn der Anbieter nicht klar sagt, ob Kategorie I oder II geplant ist, fehlt die planerische Grundlage.
Keine Referenzanlagen in Deutschland. Bei internationalen Anbietern mit erster Deutschland-Aktivität ist die Umsetzungserfahrung noch nicht bewiesen.
Kein landwirtschaftliches Konzept im ersten Gespräch. DIN-SPEC-Konformität ist der Kern jedes Agri-PV-Projekts. Wenn der Anbieter das nicht als erstes anspricht, fehlt das Know-how.
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Vergleich mit Projektierern für Freiflächen-PV: Anbieter Freiflächen-PV
Voraussetzungen: DIN SPEC 91434 und Flächeneignung
Kosten pro Bauart: Kosten und Vergütung
Quellen
[1] Solarserver: Next2Sun 10-jähriges Firmenjubiläum, 01.09.2025
[2] agrarheute: Anbieter-Übersicht Agri-PV Systeme, 2025
[3] solarbranche.de: Sunfarming, Agro-Solar-Systeme, 2024/2025
[4] Vattenfall / Solarserver: Inbetriebnahme Agri-PV-Park Tützpatz, 10.09.2025, 76 MWp

Gründer & Geschäftsführer
Markus ist seit 2018 in der Photovoltaik-Branche aktiv und beschäftigt sich strategisch mit Plattformökonomie, Marktstrukturen und der wirtschaftlichen Bewertung von PV-Flächen.
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Dieser Artikel wurde von Dominik Reeg lektoriert am 30. August 2026.
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