Freiflächen-Photovoltaik in Mecklenburg-Vorpommern 2026
Freiflächen-PV in Mecklenburg-Vorpommern: 10.000 Hektar Kontingent (April 2026 verdoppelt), 4.514 MW Bestand (Rang 3), Agri-PV Tützpatz (76 MW).

Das Wichtigste in Kürze
Das Kontingent für PV-Freiflächenanlagen auf landwirtschaftlichen Flächen im Zielabweichungsverfahren wurde im April 2026 von 5.000 auf 10.000 Hektar verdoppelt. Ziel: bilanzielle Deckung des Strom-, Wärme- und Mobilitätsbedarfs aus EE bis 2035; aktuell in Überarbeitung mit Zieljahr 2040 (Klimaneutralität). [1]
Installierte PV-Leistung Juni 2025: rund 4.514 MW (Rang 3 im Bundesvergleich). Nettozubau 2024: rund 463,5 MW. [1]
Referenzanlage: Agri-PV-Park Tützpatz (Vattenfall) in Betrieb mit 76 MW installierter Leistung, größte Agri-PV-Anlage Deutschlands. Ein 172-MW-Solarpark ist im Bau. [2]
Kriterien für das Zielabweichungsverfahren (Stand 01.04.2026): maximal 150 Hektar pro Vorhaben, durchschnittliche Bodenqualität maximal 25 Bodenpunkte, verpflichtende finanzielle Beteiligung von Bürgern und Standortkommune. [3]
Klassische Ackerpacht 2023: 339 Euro pro Hektar und Jahr (Destatis, Agrarstrukturerhebung 2023). Höchste Werte in Nordwestmecklenburg (410 Euro), niedrigste in Vorpommern-Greifswald (279 Euro) und Ludwigslust-Parchim (274 Euro). [4]
Landes-Ausbauziel
Das Land hat sich zum Ziel gesetzt, den Strom-, Wärme- und Mobilitätsbedarf bilanziell aus erneuerbaren Energien bis 2035 zu decken. Das Energiepolitische Konzept wird aktuell für den Zeithorizont 2040 (Klimaneutralität) überarbeitet.
Mit 4.514 MW installierter PV-Leistung im Juni 2025 liegt MV bundesweit auf Rang 3, gemessen an installierten MW pro Land.
Zuständige Behörden
Klima/Umwelt (Grundsatz): Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt (LM M-V)
Raumordnung/Landesplanung (inkl. Zielabweichungsverfahren): Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit
Fachliche Aufsicht: LUNG M-V (Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie)
Baugenehmigung: Kommunal über Bauleitplanung (§ 34/35 BauGB, Bebauungsplan durch Gemeinden)
MV hat als eines der wenigen Länder ein festes Zielabweichungsverfahren für Freiflächen-PV etabliert, das über zwei Ministerien läuft.
Netzbetreiber
Übertragungsnetz: 50Hertz Transmission GmbH
Verteilnetz: WEMAG Netz GmbH (Westmecklenburg, über 8.000 km² Versorgungsgebiet, geplante Investitionen 2026-2030 rund 650 Mio. Euro), E.DIS Netz GmbH (rund 36.000 km² Ostsee bis Spreewald, Teile Vorpommerns)
50Hertz plant bis 2029 den Anschluss von 24 Großprojekten im Nordosten. WEMAG Netz betreibt aktiv das Umspannwerk Mühlenbeck.
Landesspezifische Regelungen
Zielabweichungsverfahren (LEP M-V) mit verbindlichen Kriterien (Stand 01.04.2026):
- Maximal 150 Hektar pro Vorhaben - Durchschnittliche Bodenqualität maximal 25 Bodenpunkte - Verpflichtende finanzielle Beteiligung von Bürgern und Standortkommune - Bevorzugt verbrauchsnah/netzdienlich und in Kombination mit weiteren Nutzungen (Wind, Biogas, H2, Speicher, Wärme)
Bauleitplanerische Arbeitshilfe "Freiflächen- und Agri-Photovoltaikanlagen und Bauleitplanung" (Ministerium für Inneres und Europa) [3]
Referenzprojekt
Agri-PV-Park Tützpatz (Vattenfall): 76 MW installierte Leistung, größte Agri-PV-Anlage Deutschlands. Zusätzlich im Bau: 172-MW-Solarpark. [2]
Die Kombination mit landwirtschaftlicher Nutzung (Kategorie I nach DIN SPEC 91434) ist im Zielabweichungsverfahren ausdrücklich gewollt.
Pachtpreis
Die klassische Ackerpacht in Mecklenburg-Vorpommern lag 2023 bei 339 Euro pro Hektar und Jahr (Destatis-Agrarstrukturerhebung), Dauergrünland bei 178 Euro. Landwirtschaftliche Nutzfläche gesamt: 305 Euro. Regionale Spreizung: Nordwestmecklenburg 410 Euro, Vorpommern-Greifswald 279 Euro, Ludwigslust-Parchim 274 Euro. [4]
Für Freiflächen-Photovoltaik zahlen Projektentwickler in MV 2026 im marktüblichen Rahmen von 2.500 bis 5.500 Euro pro Hektar und Jahr. Bei Agri-PV liegen die Werte niedriger (1.000 bis 3.500 Euro), da die landwirtschaftliche Nutzung erhalten bleibt.
Was das für Ihre Fläche heißt
Mecklenburg-Vorpommern ist ein sehr aktiver Freiflächen-PV-Standort mit klaren Regeln:
10.000 Hektar-Kontingent im Zielabweichungsverfahren (verdoppelt 2026)
Rang 3 in Deutschland bei installierter PV-Leistung
Klare Kriterien: max. 150 ha, max. 25 Bodenpunkte, Bürgerbeteiligung
Agri-PV politisch bevorzugt (Tützpatz als Leuchtturm)
Zwei starke VNB (WEMAG, E.DIS) plus 50Hertz-Anschluss
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Quellen
[1] pv magazine: Mecklenburg-Vorpommern verdoppelt Kontingent für Solarparks im Zielabweichungsverfahren, 13.04.2026; solarzubau.de Statistik 2026
[2] solarbranche.de: Vattenfall startet Betrieb von Deutschlands größtem Agri-PV-Park; Energie und Management: 172-MW-Solarpark in MV
[3] Regierungsportal M-V: Kriterien für Zielabweichungsverfahren für Freiflächenphotovoltaik, 01.04.2026
[4] Bauernzeitung / LAiV M-V: Agrarstrukturerhebung 2023 Pachtpreise MV

Gründer & Geschäftsführer
Markus ist seit 2018 in der Photovoltaik-Branche aktiv und beschäftigt sich strategisch mit Plattformökonomie, Marktstrukturen und der wirtschaftlichen Bewertung von PV-Flächen.
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Dieser Artikel wurde von Dominik Reeg lektoriert am 30. August 2026.
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