Konverterstation: Flächenbedarf, Anforderungen, Vergütung 2026
Fläche für eine HGÜ-Konverterstation anbieten. Bedarf 8-15 Hektar, sehr wenige geeignete Standorte, hoher Wert.

Das Wichtigste in Kürze
Eine HGÜ-Konverterstation wandelt Gleichstrom (HGÜ, +/-525 kV DC) in Wechselstrom (AC, 380 kV) um. Sie steht an den Netzverknüpfungspunkten der großen HGÜ-Korridore SuedLink, SuedOstLink, A-Nord und Korridor B.
Flächenbedarf: typisch 8 bis 15 Hektar zusammenhängende Fläche. Die Anzahl geeigneter Standorte in Deutschland ist begrenzt: pro HGÜ-Verbindung nur zwei (Start und Ende).
Wegen der geringen Standortzahl und des großen Investitionsvolumens (500 Millionen bis 1 Milliarde Euro pro Konverter) haben Eigentümer geeigneter Flächen eine starke Verhandlungsposition.
Vertragsform typisch Grundstückskauf (langfristige Pacht bei diesem Volumen unüblich).
Ventorio kennt die aktuellen Konverterstandort-Suchen und vermittelt bei Passung.
Was eine Konverterstation ist
An den Enden einer HGÜ-Verbindung (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung) muss der Gleichstrom in den Wechselstrom des klassischen Übertragungsnetzes umgewandelt werden. Diese Umwandlung übernimmt die Konverterstation.
Sie ist technisch die aufwendigste Einzelanlage einer HGÜ-Verbindung. Die Halle ist typisch 100 bis 200 Meter lang, 50 bis 80 Meter breit und 20 bis 30 Meter hoch. Dazu kommen Freiluftschaltanlagen, Transformatoren, Kühlung, Verwaltung, Reserveflächen und Erweiterungsvorhaltung.
Standortkriterien
Fläche
Kernanlage: 4 bis 6 Hektar
Anschlussanlagen (Schaltanlagen 380 kV AC): 2 bis 4 Hektar
Reserveflächen und Zufahrten: 2 bis 5 Hektar
Gesamtbedarf: 8 bis 15 Hektar
Die Fläche muss zusammenhängend sein. Aufteilung auf zwei Grundstücke ist selten möglich.
Zufahrt
Schwerlastfähig für Transformatoren (bis 400 Tonnen Einzelgewicht)
Bahntransport-Nähe oft von Vorteil
Autobahn- oder Bundesstraßenanbindung nötig
Topografie
Eben (maximal 3 Prozent Neigung ohne aufwendige Terrassierung)
Kein aktives Hochwassergebiet
Tragfähiger Baugrund
Netzsituation
Anbindungspunkt an bestehendes 380-kV-Netz
Trassenanbindung für die HGÜ-Kabel
Ausreichende Kurzschlussleistung im AC-Netz
Planungsrecht
Möglichkeit der Ausweisung als Sondergebiet
Distanz zur Wohnbebauung (typisch mindestens 400 bis 800 Meter wegen Lärm und Blendwirkung durch Beleuchtung)
Keine Konflikte mit Landschaftsschutz, Naturschutz, Kulturdenkmalen
Wasser und Kühlung
Zugang zu Kühlwasser (Grundwasser oder Oberflächenwasser) für die Trafokühlung
Regenwasserabfluss regelbar
Wer Konverterstationen baut
Die vier Übertragungsnetzbetreiber:
TenneT (SuedLink Nord- und Südkonverter, SuedOstLink Bayern-Konverter)
TransnetBW (SuedLink Baden-Württemberg-Konverter, Ultranet)
Amprion (A-Nord Meerbusch-Osterath-Konverter, Ultranet Osterath, Korridor B)
50Hertz (SuedOstLink Wolmirstedt-Konverter, NordOstLink)
Details in HGÜ-Projekte im Überblick und den einzelnen Projektseiten.
Vergütung
Wegen der begrenzten Standortzahl und der hohen Investitionssumme sind die Vergütungen für Konverterstandorte deutlich höher als für gewöhnliche Umspannwerk-Standorte.
Größenordnungen (bilateral verhandelt, keine amtliche Statistik):
Kaufpreis für 10 Hektar geeigneten Standort: mehrere Millionen Euro
Aufschlag gegenüber Verkehrswert Ackerland: Faktor 5 bis 20 abhängig von Netz- und Verkehrsanbindung
Die konkreten Beträge sind bilateral verhandelt und öffentlich nicht dokumentiert. Für Eigentümer mit potenziell geeigneten Standorten lohnt sich eine Erstprüfung immer.
Der Anbahnungsprozess
1. Standortsuche des Netzbetreibers
Für ein HGÜ-Projekt beginnt die Konverterstandortsuche bereits im Bundesfachplanungsverfahren, teils schon vorher im Netzentwicklungsplan (NEP). Der Netzbetreiber prüft typisch drei bis zehn mögliche Standorte pro Konverter.
2. Erstansprache
Wenn Ihre Fläche in einem Suchraum liegt, kommt der Netzbetreiber (oder ein beauftragtes Ingenieurbüro) auf Sie zu. Alternativ können Sie selbst mit Ihrer Fläche ins Gespräch kommen. Ventorio vermittelt hier.
3. Machbarkeitsprüfung
Technische, planungsrechtliche und wirtschaftliche Prüfung. Dauer typisch 6 bis 18 Monate.
4. Grundlagenvereinbarung
Optionsvertrag mit Absichtserklärung, häufig mit Optionsgebühr für den Reservierungszeitraum.
5. Planungsverfahren
Aufstellung Bebauungsplan (Sondergebiet), Umweltverträglichkeitsprüfung. Dauer 24 bis 48 Monate.
6. Notarieller Kaufvertrag
Nach Baugenehmigung. Zahlung meist in Tranchen: Teil bei Vertragsschluss, Teil bei Baubeginn, Teil bei Fertigstellung.
7. Baubeginn
Typisch 4 bis 8 Jahre nach Erstansprache. Bauphase 2 bis 3 Jahre.
Rechenbeispiel
Beispielhafte Situation:
Sie besitzen 12 Hektar Ackerland in Bayern in der Nähe eines geplanten SuedLink-Konverters. Der Bodenrichtwert für Ackerland liegt bei 6 Euro pro Quadratmeter.
Grundstücksfläche: 120.000 m²
Verkehrswert als Ackerland: 720.000 Euro
Aufschlag Konverterstandort (Faktor 8, illustrativ): 5.760.000 Euro
Realistischer Kaufpreis: 4 bis 10 Millionen Euro Bandbreite
Alle Zahlen sind Illustration. Konkrete Preise sind bilateral, projektspezifisch und nicht öffentlich dokumentiert.
Steuerliche Grundeinordnung
Kaufpreis bei Privatvermögen: Bei mehr als 10 Jahren Haltezeit meist steuerfrei nach § 23 EStG (Privates Veräußerungsgeschäft). Bei Betriebsvermögen (Landwirtschaft) Auflösung stiller Reserven und Steuerpflicht.
Grunderwerbsteuer: fällt beim Käufer an (Netzbetreiber), je nach Bundesland 3,5 bis 6,5 Prozent.
Details mit Steuerberater klären.
FAQ
Wie erfahre ich, dass ein Konverterstandort in meiner Region gesucht wird?
Über die Projekt-Websites der Übertragungsnetzbetreiber (tennet.eu, amprion.net, transnetbw.de, 50hertz.com) und netzausbau.de der Bundesnetzagentur. Netzentwicklungsplan-Dokumente enthalten Standortkarten.
Muss ich mein Grundstück verkaufen oder kann ich verpachten?
Verkauf ist die übliche Vertragsform. Bei diesem Investitionsvolumen und der langen Nutzungsdauer (typisch 40 Jahre und mehr) wollen Netzbetreiber Eigentum.
Was ist mit Lärm und Blendwirkung?
Konverter erzeugen Trafogeräusche und emittieren Blendlicht. Deswegen typischer Abstand zur Wohnbebauung mindestens 400 bis 800 Meter, teils mehr.
Wie lange dauert der Betrieb?
Konverter sind Investitionen mit 30 bis 40 Jahren Nutzungsdauer. Nach Ende der Nutzung erfolgt Rückbau oder Ersatz.
Kann ich die Restfläche weiter nutzen?
Nur wenn die Restfläche außerhalb des Sondergebiets liegt. Innerhalb: nein.
Was ist mit ergänzenden Nutzungen (Batteriespeicher)?
Konverterstandorte sind häufig auch Netzknotenpunkte. Angrenzende Flächen können unter Umständen für Batteriespeicher genutzt werden. Prüfung im Einzelfall.
Wer plant die Konverterstation?
Der Netzbetreiber. Die Bauleistungen werden europaweit ausgeschrieben.
Gibt es Bürgerbeteiligung?
Ja, im Bebauungsplan-Verfahren und in der Bundesfachplanung. Anwohner können Einwendungen erheben. Der Betroffenengedanke rechtfertigt aber nicht die Verhinderung, wenn die Standortwahl planungsrechtlich haltbar ist.
Wie Ventorio Ihnen hilft
Ventorio kennt die aktuellen Konverterstandort-Suchen der vier Übertragungsnetzbetreiber und vermittelt bei Passung.
Vier Argumente für Ventorio:
Strukturierte Bewertung. Wir prüfen Ihre Fläche gegen die technischen Kriterien der Netzbetreiber und ordnen sie einer der sechs Entwicklungsstufen zu.
Neutralität. Wir sind an keinem Netzbetreiber oder Projektentwickler beteiligt.
Datenschutz. Vollständige Kontaktdaten werden erst nach Ihrer Einwilligung weitergegeben. Bei Konverterstandorten häufig mit Vertraulichkeitsvereinbarung.
Kostenlose Ersteinschätzung. Wir prüfen, ob Ihre Fläche in einem aktuellen Suchraum liegt. Ohne Vorabkosten.
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Quellen
[1] Bundesnetzagentur, netzausbau.de: Netzentwicklungsplan Strom 2023-2037/2045 (Bestätigung 01.03.2024)
[2] Projektseiten der Übertragungsnetzbetreiber (tennet.eu SuedLink; amprion.net A-Nord; stromnetzdc.com SuedOstLink; korridor-b.amprion.net)
[3] Markterfahrung und Anbieterangaben (keine amtliche Preisstatistik)
[4] § 23 EStG (Privates Veräußerungsgeschäft); § 13 EStG (Land- und Forstwirtschaft)
Stand: 30. August 2026

Gründer & Geschäftsführer
Markus ist seit 2018 in der Photovoltaik-Branche aktiv und beschäftigt sich strategisch mit Plattformökonomie, Marktstrukturen und der wirtschaftlichen Bewertung von PV-Flächen.
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Dieser Artikel wurde von Dominik Reeg lektoriert am 30. August 2026.
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